von

15 Jahre TRIALOG


Ein Interview mit Elisa Romero, Information Officer beim HORIZONT3000-Projekt TRIALOG, über Erfolge, die Methode der Systematisierung und wo die Reise trotz Projektendes hingehen könnte.

Das großartige TRIALOG-Programm läuft nach 15 Jahren im September dieses Jahres aus. Was überwiegt mehr, die Freude über die Erfolge oder die Trauer, dass es zu Ende geht?

Elisa Romero: Beides. Wir freuen uns über die vielen Erfolge, blicken nach 15 Jahren Projektlaufzeit aber auch mit etwas Wehmut diesem Datum entgegen.

Was habt ihr mit TRIALOG erreicht?

Elisa Romero: Ich denke, dass wir sehr stolz sein können, da das Projekt extrem viel bewirkt hat. Die NGOs in den neueren EU-Ländern sind gut vorbereitet, ihre eigenen Projektanträge auszuarbeiten. Alle 13 Partnerländer haben aktive NGO-Dachverbände und sind Mitglieder beim europäischen NGO-Dachverband CONCORD. Dadurch haben sie die Möglichkeit ihre Anliegen auf EU-Ebene zu diskutieren. Die Vernetzung zwischen den Ländern klappt sehr gut, wenn auch im Moment noch viel Kommunikation und Koordination über das TRIALOG-Büro läuft. In Zukunft soll CONCORD die EU13-Plattformen noch stärker unterstützen. Dazu sind verschiedene Möglichkeiten im Gespräch, etwa die Fortführung der Partnership Fair oder des Training of Multipliers.

Warum läuft das Projekt TRIALOG nicht weiter?

Elisa Romero: Das hat mehrere Gründe. Einerseits gibt es derzeit keine passende EU-Ausschreibung, da ändern sich die Bedingungen unter dem neuen Budgetrahmen 2014-2020 gerade sehr stark. Es geht in Richtung größerer Projektvolumina, etwa doppelt so hoch wie bisher, was für eine Organisation wiederum erhöhten Eigenmitteleinsatz und mehr administrativen Aufwand bedeutet. Außerdem wird es heuer keinen Development Education Awareness Raising Call geben, unter dem ein Projekt eingereicht werden könnte. Andererseits hat sich auch die Situation in den Partnerländern verändert und die Dachverbände und NGOs benötigen jetzt vor allem finanzielle Fördermittel um eigene Projekte umzusetzen.

TRIALOG hat sich statt einer Evaluierung einer Systematisierung unterzogen. Was war der Grund?

Elisa Romero: Jede der fünf Phasen des Gesamtprojekts wurde evaluiert, was einer Betrachtung von außen gleichkommt. Für die gesamte Projektlaufzeit, also die letzten 15 Jahre, wollten wir aber eine Betrachtung von innen, die es uns auch ermöglicht, persönlich über Erfahrenes zu reflektieren und daraus zu lernen. Daher fiel die Wahl auf die Methode der Systematisierung. Der Vorteil ist, dass man die eigene Arbeit aus einer gewissen Distanz betrachten und beurteilen kann. Bei einer Evaluierung ist man eigentlich nur ein Interviewpartner, der am Schluss einen Bericht mit Bewertungen bekommt. Uns war es aber wichtig, zu lernen, warum wir erfolgreich waren und dieses Wissen weitergeben zu können. Die Ergebnisse der Systematisierung haben wir in einer Publikation aufbereitet.

Was kam raus?

Elisa Romero: Wir haben gelernt, wann TRIALOG in der Entwicklung der NGO-Dachverbände eine Rolle spielte und wann nicht. Wir wissen jetzt, welche Aspekte wichtig waren und was wie und warum gewirkt hat. Da gab es immer wieder Überraschungen. Die Erkenntnisse sind wichtige Lessons learnt für Projekte dieser Art. Für die Dachverbände war die Systematisierung insofern gut, da sie damit die Chance bekamen, ihren Werdegang von einer Metaebene aus zu betrachten, denn im Tagesgeschäft hat man für so eine umfassende und detaillierte Reflexion ja nicht die Zeit.

Wie sieht die Zukunft aus? In welcher Form kann HORIZONT3000 TRIALOG doch noch weiterführen?

Elisa Romero: HORIZONT3000 möchte das Wissen von TRIALOG in Zukunft den NGOs am Balkan zugänglich machen. Hier ist ein kleineres Projekt mit lokalen Partner geplant, das Organisationen am Balkan näher an die Themen Globales Lernen und Entwicklungszusammenarbeit heranführen und die Integration in europäische EZA-Strukturen erleichtern soll. Ob es realisisert wird, ist noch nicht fix – wir sind noch auf der Suche nach Kofinanzierungsmitteln.

Woher sollen die fehlenden Mittel kommen?

Elisa Romero: Da probieren wir neue Wege. Wir haben das TRIALOG West Balkan Projekt beim Ideenwettbewerb “Advocate Europe” der Stiftung Mercator angemeldet. Unser Projekt befindet sich in einem online-Pool mit anderen eingereichten Ideen, wo Besucher für die jeweiligen Projekte abstimmen können. Die Zahl der Stimmen ist, neben der Beurteilung durch eine Fachjury, ein Kriterium bei der Auswahl der Projekte die schließlich gefördert werden. Es wäre natürlich toll, wenn wir möglichst viele Stimmen bekämen. Bis 19. April läuft das Online-voting, im Mai wird die Entscheidung dann kommuniziert.

Hier geht’s zur Liste der eingereichten Projekte und zur Stimmabgabe: https://advocate-europe.eu/en/idea-space#!/r/mercator/ Wir sind für jede Stimme dankbar! 🙂

Mitgliedsorganisationen