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Ist PEZA noch zeitgemäß?


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Christian Schäfer hat vor kurzem seinen Einsatz bei unserer langjährigen Partnerorganiation BOSCO in Uganda beendet. Er bleibt im Feld – und bei HORIZONT3000 – und arbeitet mittlerweile für ein Projekt in Mosambik. Hier erzählt Christian im Interview von seiner Arbeit und was er über die personelle Entwicklungszusammenarbeit denkt.

Besonders freut uns, dass auch Reverend Joseph Okumu, der CEO von BOSCO, die Zeit gefunden hat zum Thema mit uns zu sprechen. Momentan wird BOSCO mit einem IT Finanzierungsprojekt von HORIZONT3000 in Kooperation mit der Dreikönigsaktion unterstützt. Das Interview wurde auf Englisch geführt und wir veröffetnlichen es hier im Original.

 

Christian Schäfer, Technical Advisor bei HORIZONT3000

Warum hälst du Entwicklungszusammenarbeit für zeitgemäß?
Entwicklungszusammenarbeit (EZA) stellt ein enormes Themenfeld dar und dementsprechend ist diese Frage schwer für alle Bereiche der globalen EZA zu beantworten.
Wenn die oft vorhandenen wirtschaflichen Interessen, wie u.a. der Zugang zu Märkten und deren natürlichen Ressourcen, die sich leider oft hinter dem Fluss von EZA-Mitteln verstecken, ausgeblendet werden, empfinde ich EZA als zeitgemäß. Denn dann betrachten wir die Arbeit von Organisationen wie HORIZONT3000, bei denen es darum geht Lebensbedingungen wie auch Entwicklungsmöglichkeiten von Menschen in zumeist LDC (least developed countries) auf effektive und partnerschaftliche Weise zu verbessern bzw. zu entfalten. EZA-Mittel könnten und sollten jedoch auch verstärkt in Europa und zur Bewusstseinsbildung, u.a. durch Bildungskonzepte wie Globales Lernen, beitragen. Diese und viele andere Bildungskonzepte die zur Bewusstseinsförderung beitragen, könnten auch eine nachhaltige Veränderung schaffen und wären – wenn das 0,7 Prozent Ziel eingehalten würde – nicht mit einer Verlagerung von EZA-Mittel verbunden.

 

Welche Sichtweisen oder Fertigkeiten bringst Du – als europäische Fachkraft – nach Gulu und zu unserer Partnerorganisation?
Ich versuche mögliche Veränderungen für die Organisation aufzuzeigen, diese zu diskutieren und wenn sie von der Organisation als sinnvoll und gewünscht betrachtet werden, mit den mir bekannten und zur Verfügung stehenden Tools zu begleiten. Das gilt sowohl für die strategische Planung, wohin sich die Organisation entwicklen möchte, als auch für die Planung und Koordination der täglichen Arbeit. Meine Arbeit ermöglichte es mir dabei sowohl das Managment in ihren Entscheidungsprozessen zu beraten und zu begleiten als auch die einzelenen Abteilungen und ihre MitarbeiterInnen.
Durch meine Erfahrung in Social Entrepreneurship trage ich auch zur Strategieentwicklung im Bereich finanzielle Nachhaltigkeit von BOSCO bei. Diese Entwicklungsprozesse benötigen Zeit und dementsprechend ist es sinnvoll jemanden vor Ort zu haben, der sie gemeinsam mit den Partnerorganisationen iniziert, bespricht, plant und begleiten kann.

Teambuilding Event für Mitarbeiter der Partnerorganisation BOSCO Uganda

 

Was kannst Du aus Deiner Arbeit in Uganda mitnehmen nach Österreich bzw. Europa?
Mein Einsatz hier in Gulu gibt mir die Möglichkeit mich beruflich aber auch persönlich weiterzuentwickeln. Durch meine Arbeit habe ich beeindruckende Personen kennen lernen dürfen, die mich sicherlich auch nach meiner Zeit in Uganda noch prägen. Was ich auch mitnehme ist das freundschaftliche Verhäntnis und der Umgang, der hier zwischen Kollegen und im allgemeinen zwischen Menschen herrscht.

 

Welcher Teil deiner Arbeit macht dir besonders Freude in der Umsetzung?
Das ist zum einen die gemeinsame Entwicklung von Projekten mit Social Entrepreneurship-Charakter, die zur finanziellen Nachhaltigkeit der Organisation beitragen sollen und zum anderen ein Modell das auf mehrere Projekte aufbaut und somit IT Training, computergestüztes Entrepreneurship Training, BOSCOs Entrepreneurship Club Uganda, BOSCOs SACCO (Saving and Credit Cooperation Society) und das Mentorship Program verbindet. Ich glaube daran, dass diese “Projektkette“ einen nachhaltigen Impact erzeugen wird.

Nach der Business Plan Competition

 

 

 

Rev. Fr. Dr. Joseph Okumu

What has changed for your organisation with the assignment of Christian Schäfer of HORIZONT3000?

Since the assignment of the employees of HORIZONT3000 in 2009 we have been looking to build technical capacity of the Organization but since a year ago we went an extra mile to look at Organizational capacity. This shift from technical capacity to organizational capacity building brought in greater collaboration than competition in playing roles. There is a stronger team that has come with the assignment of Christian Schäfer. Staffs of the organization prefer to call it BOSCO family than team. Together with this there is stable staff retention.

 

Where are you seeing the biggest win?

In an apprenticeship or learning by living together. The knowledge transfer is done in the Organization itself and practically.

 

Why are you of the opinion that development cooperation is appropriate and adequate for the time we are living in? 

The world is becoming one global village. Genuine Development cooperation presupposes the truth that is interchangeable with the common good, in economy they are talking of inclusive business models (ibm) of the one global village. In this new world order we also look at inclusive organization models. Like it or not I think Europe is no more the Europe of yesterday given the migration situation resulting from wars, economic and religious sense of universal brotherhood.

So Development cooperation will be appropriate and adequate for our time because of its inclusive nature.

As CEO of this small Organization BOSCO Uganda that has staggered into 10 years I have always been inspired to build the kind of cooperation with profound sense of human contingency and interdependence.

 

Thank you for your time!

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