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zurück vom Einsatz: Martina Podeprel


Martina, du bist seit kurzem zurück. Hat dich ein Kulturschock ereilt?

Da ich sehr viel reise, dadurch auch sehr kulturaffin bin, kann ich mich gut in verschiedenen Kontexten bewegen. Die Abreise aus Nicaragua war aber sehr schwierig für mich, da ich ProjektpartnerInnen und ArbeitskollegInnen in einer Krisensituation zurücklassen musste und in ein sehr sicheres Land zurückkam. Da wurde mir der Unterschied stark vor Augen geführt, welche Freiheiten wir hier genießen.

Du warst statt den geplanten 2 Jahren jetzt nur ein Jahr auf Einsatz. Warum ging es nicht länger?

Der Einsatz wurde nach einem Jahr einvernehmlich beendet. Der Grund dafür war die aktuelle politische Lage in Nicaragua. Aufgrund der unsicheren Lage war es zum Beispiel nicht möglich sicher zu ProjektpartnerInnen zu reisen, die Prioritäten haben sich verlagert und Projektziele konnten nicht wie geplant umgesetzt werden.

Was war Deine größte Herausforderung oder Problem?

Anfänglich war es die Angst in der Krisensituation. Ich konnte nicht rausgehen, danach der Lagerkoller und dann gewöhnt man sich an die verschiedenen Einschränkungen. Die dauernde Anspannung und Ungewissheit stellen einen persönlich auf die Probe.

Was bleibt von deiner Arbeit vor Ort übrig? Persönliches Resümee?

Die Vorteile und Notwendigkeit von Wissensmanagement und die vielfältigen Elemente, die es in dem Bereich gibt, wurden von vielen ProjektpartnerInnen erkannt. Es wurde als Chance gesehen diese Instrumente und Ressourcen für die eigene Arbeit zu nutzen.

Was hat dich am meisten persönlich bewegt, geprägt oder verändert?

Abseits der omnipräsenten Krise hat mich vor allem beeindruckt, wie hart jeder einzelne vor Ort arbeitet, und das aus Überzeugung und persönlichem Engagement. Und wie mutig viele Menschen für eine bessere Zukunft kämpfen.

Was gibst du neuen Ausreisenden als Ratschlag mit auf den Weg?

Geduld haben, zuhören, weil der Personaleinsatz ist weniger ein Wissenstransfer, sondern vielmehr ein Wissensaustausch, ein voneinander Lernen. Es läuft oft nicht wie geplant, daher muss man flexibel sein und dran bleiben. Wichtig ist auch, Strategien zur Stärkung der eigenen Resilienz parat zu haben!

ZUR PERSON

Martina Clara Podeprel hat in Wien und Buenos Aires Internationale Entwicklung und Politikwissenschaft studiert. Sie arbeitet seit 2010 in der Entwicklungszusammenarbeit. Seit 2010 wird von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit das Programm KNOWHOW3000 unterstützt, um die Optimierung der Wissensnutzung innerhalb der und zwischen den Partnerorganisationen zu fördern. Ziel des Projekteinsatzes ist die Verbesserung der technisch-methodologischen Kapazitäten zur Generierung und Austausch von Wissen derPartnerorganisationen von HORIZONT3000 in Zentralamerika.

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