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EZA-Personalservice: Wir entsenden das Fachpersonal anderer EZA-Akteure


HORIZONT3000 bietet NGOs ohne eigenem Personalprogramm spezifische Personaleinsätze an, die von der OEZA zu 70 % gefördert werden. Das EZA-Personalservice inkludiert in der Regel Auswahl, Vorbereitung und Betreuung des Personaleinsatzes. Petra Navara (Teamleitung PEZA) gab uns dazu ein Interview.

Warum wurde das EZA-Personalservice ins Leben gerufen?

Petra: HORIZONT3000 ist die einzige Organisation in Österreich, die Fachkräfte nach dem Entwicklungshelfergesetz entsendet. Sie tut das bereits seit 1961 und hat durch die ständige Weiterentwicklung von Programmen, Projekten, Anforderungsprofilen und in der Bewältigung ganz unterschiedlicher Herausforderungen einen einzigartigen Erfahrungsschatz aufgebaut.

Wir sind zwar die einzige Entsenderorganisation, aber auch nur eine NGO unter vielen entwicklungspolitischen Akteuren in Österreich. Warum sollten nur wir den Vorteil haben, unsere Partnerorganisationen vor Ort (von der OEZA gefördertes) Personal anbieten zu können und die anderen nicht?

Viele unserer Partnerorganisationen sind in ihrer Verfasstheit (noch) nicht in der Lage, größere Finanzierungen sinnvoll und gemäß europäischen Anforderungen umzusetzen. Sie brauchen Unterstützung in der Entwicklung ihrer Organisation, ihrer Finanzgebarung, im Marketing oder im Wissensmanagement. Mit einem zwei- oder mehrjährigen Beratungseinsatz kann genau diese Aufgabe bewältigt werden und die Partnerorganisation ist fit, neue Projekte selbstständig wirksam umzusetzen.

An wen richtet sich das Service konkret?

Petra: Alle NGOs in Österreich und sogar Unternehmen, die im Sinne oder mit Förderung der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit tätig sind, können sich mit einem Auftrag zum Einsatz einer Fachkraft bei ihren Partnerorganisationen an uns wenden. Wir prüfen die Machbarkeit des Vorhabens und schauen uns an, ob die angestrebte Wirksamkeit der Intervention realistisch ist oder ob sie Potenzial für Vernetzung und Wissenszuwachs in der Region mit sich bringt – diese 3 Aspekte interessieren uns besonders -,  und schließen eine Vereinbarung mit dem Auftraggeber über das Leistungspaket ab.

Was leistet H3 dabei?

Petra: Das beschreibt die Vereinbarung dann individuell, aber ganz generell kann der Auftrag von der Ausschreibung der Stelle bis zur Reintegration der Fachkraft nach ihrer Rückkehr umfassen. HORIZONT3000 nimmt die Person unter Dienstvertrag, versichert sie, berät und coacht im Bedarfsfall. Unsere Regional- und Länderbüros vor Ort können das besser leisten, als der Auftraggeber mit Standort Linz oder Villach.

Seit wann gibt es das H3-Personalservice?

Petra: Für unsere Mitgliedsorganisationen haben wir schon vor vielen Jahren immer wieder Einsätze abgewickelt, weil wir über die Expertise und die Tools verfügen, Partnerorganisationen im Globalen Süden mit europäischen ExpertInnen zu unterstützen. Seit 3 Jahren steht dieser Service aber auch Akteuren außerhalb der „H3-Familie“ zur Verfügung.

Wie bewertest du die bisherigen Erfahrungen?

Petra: Ich finde diese Schiene der Zusammenarbeit und des Austausches extrem spannend, weil wir – alle Beteiligten! – die österreichische EZA-Szene besser kennen- und verstehen lernen. Wir profitieren von den Erfahrungen des jeweiligen Gegenübers, ohne dabei in Konkurrenz zu treten. Wir entdecken neue Aspekte und Optionen für die Personelle Entwicklungszusammenarbeit und können sie in die Weiterentwickelung des Instruments einfließen lassen. Jedes Beispiel ist einzigartig und birgt skalierbare Elemente … daraus lässt sich viel zum Nutzen aller – nicht zuletzt zum Nutzen der Partnerorganisation – schöpfen. Das Personalservice ist für mich ein gutes Beispiel, wie Vernetzung ganz nebenher zu Wissenserweiterung beiträgt.

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