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Was wir in der Corona-Krise tun. Teil 2: Notfallmaßnahmen in Zentralamerika


Die Coronakrise führt auch in Zentralamerika zu großen gesellschaftlichen Herausforderungen. In Zusammenarbeit mit den Partnerorganisationen wurden daher einige unterstützende Maßnahmen entwickelt. Durch die staatlichen Einschränkungen, zum Beispiel in der Bewegungsfreiheit, im informellen Sektor oder im Bildungsbereich, ergeben sich besonders für vulnerable Personengruppen Probleme. Die ökonomische Situation ist prekär und die Zukunftsaussichten, auch für die Durchführung geplanter Aktivitäten, sind schwierig einzuschätzen. Die Partnerorganisationen bieten mit speziellen Notfallmaßnahmen Hilfestellung für ihre Zielgruppen und Netzwerke an. Gerade in der gegenwärtigen Krise ist die Stärkung der Zivilgesellschaft und Solidarität von großer Relevanz.

Das Projekt ‚Agentes de Cambio MIRIAM‘ der Frauenorganisation MIRIAM in Guatemala, stellt ihren Partnerinnen und Promotorinnen als ersten Schritt finanzielle Hilfspakete bereit.  Damit soll die Versorgung mit den wichtigsten Lebensmitteln (wie Mais, Bohnen, Gemüse, Öl, Salz, Reise) sichergestellt werden. Eine Unterstützung für die Besorgung von Hygieneartikeln und Medikamenten, der in Guatemala obligatorischen Masken und Desinfektionsmitteln, soll vor allem Frauen in prekären ökonomischen Situationen entlasten.

Die Sicherstellung der Vernetzung untereinander ist auch bei MIRIAM ein wichtiges Thema, weshalb Internet- und Sprachpakete bereitgestellt, sowie technische Lösungen für die Weiterführung von Lernprogrammen auf virtuellem Wege gefunden werden.

Video Miriam über die Situation der Partnerinnen:

(Untertitel auf D/EN können unter Einstellungen aktiviert werden)

Auch im Projekt ‚Agua Patulul-CCDA`, welches sich dem Zugang zu Wasser und Bildungsarbeit im Gesundheitsbereich widmet, wurden die Tätigkeiten gemäß der aktuellen Situation angepasst. In Guatemala herrscht Maskenpflicht und die Umweltverschmutzung sowie die zusätzlichen Kosten durch die wegwerfbaren Masken sind ein großes Problem. Die Zielgruppen des Projektes, die Gesundheitspromotor_innen, (Wasser-)Komiteemitglieder, Partner_innen, Kinder, ihre Kinder, Lehrpersonen und die Teams sollen deshalb mit wiederverwendbaren Masken ausgestattet werden. Die Ausbildung der Gesundheitstrainerinnen wird erweitert und sie erhalten zusätzlich ein Schutzpaket, bestehend aus Gel, Handschuhen, Seife, Handtuch und Fieberthermometer, außerdem ist  die Verteilung von Sets (Seife, Handtuch, Zahnpasta, Zahnbürste) an 250 Kinder in 5 Gemeinden geplant.

Das Projekt ‚Vida Sostenible-CMDL‘ der Frauenorganisation Colectiva Feminista in El Salvador unterstützt ihre Frauengruppen mit Lebensmittelpaketen und Hygieneartikeln. Für Risikogruppen, besonders Frauen im höheren Alter, ist die eingeschränkte Transportsituation sehr kritisch, deshalb werden die Transportkosten vergütet, wenn sie Medikamente besorgen müssen, oder gesundheitliche Betreuung benötigen.

Auch hier wird den Teammitgliedern die Arbeit von zuhause aus mit der Bereitstellung von Internetpaketen ermöglicht, damit sie sich mit Begünstigen, Kolleginnen und Zielgruppen austauschen- und gegebenenfalls schnell reagieren können. Soweit es möglich ist, wird auch virtuelle psychologische Betreuung für Frauen in dieser schwierigen Situation angeboten.

Das Projekt ‚PESS-CMDL-ASCISAM‘, eine Zusammenarbeit von Jugend- und Frauenorganisationen in El Salvador, führt beispielsweise eine telefonische Befragung innerhalb der involvierten Frauen- und Jugendgruppen durch, um mehr über deren derzeitige Situation zu erfahren. Ein ‚Notfall-Kommunikationskit‘ wird verteilt, beispielsweise stehen den Teammitgliedern und Gruppenleiter_innen Internetpakete mit Datenguthaben zur Verfügung. Die Kommunikationsarbeit soll nicht vernachlässigt werden, zum Beispiel mit der Radiokampagne: „Ich drücke meine Gefühle aus, wir kümmern uns umeinander und unterstützen uns gegenseitig“ und der Produktion eines Videos über die Rolle von Frauen und Jugendlichen in der Pandemie (Angst, Trauer, Aktivismus, Solidarität). Weiters ist die Verteilung von Notfallpaketen mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln geplant, wobei die Einschränkungen in der Mobilität eine Herausforderung für die Umsetzung darstellen.

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