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Good Practise EZA-Personalservice: Pamela Kultscher für die Caritas in Burkina Faso


Die Caritas Innsbruck nimmt das EZA-Personalservice von HORIZONT3000 in Anspruch (bis zu 70% von der OEZA gefördert) und entsandte Pamela Kultscher nach Burkina Faso, wo sie eine lokale Partnerorganisation in der gastromischen Berufsausbildung berät.

Zur Person

Pamela hat nach ihrer gastronomischen Ausbildung in der HLW St. Pölten an der Universität Wien Romanistik und Politikwissenschaft studiert. Zudem war sie lange Zeit im Weltcafé in Wien tätig, wo sie nicht nur die Arbeit in einem gastronomischen Betrieb auf allen Ebenen kennenlernte, sondern auch intensiv in Kontakt mit den Prinzipien des fairen Handels, der biologischen Landwirtschaft und Nachhaltigkeit kam.

Lokale Partnerorganisation

Die Organisation Catholique pour le Développement et la Solidarité Caritas Burkina (OCADES) wurde 1998 ins Leben gerufen. OCADES Ziel ist die Förderung der Solidarität und der gesellschaftlich ganzheitlichen Entwicklung des Menschen. Darüber hinaus ist OCADES auch im Aufbau von lokalen Kapazitäten aktiv. Die Programme umfassen verschiedene Gebiete wie die Landwirtschaft, Humanitäre Hilfe, den Zugang zu grundlegenden sozialen Diensten und die Förderung von Frauen.

Ziel des Personaleinsatzes

OCADES eröffnete mit dem Schuljahr 2016/17 eine Fachschule für Gastronomie, die jungen Menschen aus einkommensschwachen Familien eine der lokalen Situation angepasste Kochausbildung ermöglichen soll. Die Dauer der Ausbildung beträgt 2 Jahre, die Klassenstärke beträgt bis zu 20 SchülerInnen. Das Ziel des Personaleinsatzes der Caritas Innsbruck ist es, die Kapazitäten des Lehrkörpers zu stärken und insbesondere den praktischen Teil der Ausbildung durch die Eröffnung eines schuleigenen Lehrrestaurants zu unterstützen.

Interview

Pamela, du bist seit Oktober 2017 im Einsatz. Wie geht es dir im Projekt?

Pamela: Hauptsächlich geht es mir sehr gut. Die SchülerInnen sind sehr motiviert, die Lehrkräfte auch und wir versuchen alle an einem Strang zu ziehen, um die bestmögliche Ausbildung zu ermöglichen. Leider gab es – wie wohl in jedem Projekt – hie und da ein paar Verzögerungen, aber im Moment läuft alles gut und die Arbeit geht gut voran. Die Eröffnung des Lehrrestaurants steht kurz bevor, die Eröffnung der Unterrichtsküche für die Kochschule auch, es läuft also!

Wie nah bist du den Zielen deines Einsatzes?

Pamela: Wenn alles läuft wie geplant, wird das Lehrrestaurant in Kürze eröffnen und damit ein großes Ziel meines Einsatzes abgehakt sein. Viele andere sind bereits erfolgreich abgeschlossen. Im Moment steht nicht mehr viel zwischen heute und der Erreichung meiner Ziele. Ich bin also optimistisch dass ich hier wirklich etwas erreichen kann.

Was läuft besonders gut?

Pamela: Die Arbeit mit den SchülerInnen, denn sie sind enorm wissbegierig und freuen sich über jede Anregung. Der praktische Kochunterricht macht mir besonders Spaß und die Ergebnisse sind wirklich sehens- (und schmeckens-)wert. Vor Weihnachten haben wir zum Beispiel Weihnachtskekse gebacken. Ich konnte so ein kleines Stück österreichische Tradition nach Burkina Faso bringen und den SchülerInnen hat es enorm viel gebracht, weil in Keksen so viele verschiedene Techniken stecken. Und dass alle am Ende ein Sackerl Kekse mit nach Hause nehmen durften, war natürlich ein absolutes Highlight.

Außerdem bin ich gerade dabei, für das Lehrrestaurant Rezepte zu entwickeln. Wir möchten eine moderne Küche anbieten, die ausschließlich regionale Zutaten verwendet. Wir versuchen also europäische Kochtechniken mit afrikanischen Zutaten zu paaren und neue Fusion-Gerichte zu entwickeln, die raffiniert aber lokal sind, zum Beispiel Gnocchi aus Kochbananen (statt Kartoffeln). Mir macht es besonders viel Freude, neue Zutatenkombinationen zu entwickeln und zu sehen, wie sich verschiedene lokale Produkte verhalten und zu neuen Kreationen zusammenfügen lassen. Ich bin einfach eine kleine Kochtopfhexe. Und es ist auch ein wunderbarer Moment der Kooperation, denn die Köche hier bringen ihr Wissen über Zutaten und auch den Geschmack der Gäste mit und ich das Wissen über Kochtechniken aus aller Welt, zusammen erschaffen wir Neues.

Du bist für die Caritas Innsbruck im Einsatz – wie läuft das Zusammenspiel zwischen dir, Caritas Innsbruck, lokaler Partner und H3?

Pamela: Das läuft sehr gut, ich weiß wer meine AnsprechpartnerIn für welches Thema ist. Die Caritas Innsbruck kümmert sich um den inhaltlichen Teil meiner Arbeit und H3 ist für alles formale und arbeitsrechtliche zuständig. Der Projektpartner ist eigentlich hauptsächlich mit der Caritas Innsbruck in Kontakt, da auf dieser Ebene vor allem Inhaltliches besprochen wird. Wichtig ist in einer Situation mit so vielen Beteiligten wie der meinen, dass gut abgeklärt ist, wer wofür zuständig ist. Da gab es schon am Anfang Momente, wo das vielleicht nicht so klar war, mittlerweile ist aber alles ausgesprochen und alle Beteiligten ziehen an einem Strang.

Danke für das Interview und weiterhin alles Gute!

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