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Feierlicher Projektstart in Uganda …


… zur Sicherung der Lebensgrundlagen von südsudanesischen Flüchtlingen und ihren Gastgebergemeinden in Uganda.

Der Norden Ugandas ist aufgrund der kriegerischen Auseinandersetzung im benachbarten Südsudan, die im Sommer 2016 wieder aufgeflammt ist, mit der größten Flüchtlingskrise der letzten Jahre konfrontiert. Insgesamt haben bislang über 2.000.000 Südsudanesen das Land verlassen, davon sind 800.000 nach Uganda geflüchtet.

Das benachbarte Uganda nimmt seit der ersten Stunde Flüchtlinge rasch und unbürokratisch auf. Da vorerst kein Ende der Gewalt absehbar ist, ist Uganda gefordert den Flüchtlingen eine längerfristige Lebensperspektive zu bieten und das Zusammenleben mit der ansässigen Bevölkerung zu organisieren. Hier setzt das neue Migration-Projekt der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit an.

Das Projekt soll in den Bezirken Yumbe und Arua, in den Resettlement Areas Rhino und Yumbe umgesetzt werden. Dort leben aktuell rund 460.000 Flüchtlinge, die einheimische Bevölkerung beläuft sich auf 138.000 EinwohnerInnen. Auch wenn das Projektvolumen natürlich nicht alle AnwohnerInnen erreichen kann, so wird indirekt aber natürlich die Gesamtbevölkerung der beiden Bezirke profitieren. Ganz direkt werden mit diesem Projekt fast 1000 Haushalte, also ca. 5000 Personen erreicht!

Am 14.11.2017 fand der Projektstart im Rhino Flüchltingscamp in Norduganda in der „Nähe“ (=2h durch dick und dünn, siehe Bild) von Arua statt. Im Beisein des ADA Büroleiters von Uganda, Günter Engelits und zahlreicher Würdenträger, wurde das Projekt zur Unterstützung von südsudanesischen Flüchtlingen und ihren Gastgebergemeinden feierlich eröffnet. Das Projekt wird von der ADA, sowie der Caritas Kärnten und Bruder und Schwetser in Not Innsbruck finanziert und von HORIZONT3000 gemeinsam mit zwei lokalen Partnerorganisationen – AFARD und Palm Corps – umgesetzt.

Gemeinsam mit den Zielgruppen soll die Nahrungsmittelsicherheit erhöht, Einkommensmöglichkeiten eröffnet und Maßnahmen gegen die Abholzung und zum Schutz der natürlichen Ressource gesetzt werden. Als übergreifende Komponente werden die Erfahrungen, die im Projekt gemacht werden, von HORIZONT3000 aufbereitet und einer Fachöffentlichkeit in Uganda zugänglich gemacht.

 

Das Projekt bekämpft absolute Armut und Hunger

Folgende Aktivitäten werden in den kommenden zwei Jahren umgesetzt:

  • Aufbau von 30 Farmer Field Schools, Ausbildung von Multiplikatoren, Anlegen von Pflanzungen als Anschauungsbeispiele, Abgabe von Saatgut, Werkzeug, Ausbildung im Gemüseanbau, Weiterverarbeitung und Verkauf, Vernetzung mit Händlern
  • Initiierung von Spargruppen, Ausbildung von Kleinbauern in einfachen Methoden der Vermarktung und Unternehmensführung, Vermittlung von Praktikumsplätzen bei Handwerksbetrieben an ausgewählte Jugendliche, Abgabe von Start-Up Kits, laufende Beratung der Jungunternehmer
  • Sensibilisierung der Flüchtlinge über Umweltverschmutzung und Abholzung, Ausgabe von Baumsetzlingen, Ausbildung in der Herstellung von Briketts, Abgabe von energiesparenden Öfen, Initiierung und Begleitung von lokalen Umweltkomitees
  • Aufbereitung, Dokumentierung und Teilen von Erfahrungen/ Case Studies, Sharing Event/ Austauschbesuche.

Das Projekt wird von HORIZONT3000 gemeinsam mit den in Region West Nile ansässigen lokalen Parteiorganisationen AFARD und Palm Corps umgesetzt. AFARD bringt umfangreiche Erfahrungen in ländlicher Entwicklung und der Zusammenarbeit mit Flüchtlingen sowie der Umsetzung großer Fördervolumina mit. Palm Corps als junge Organisation stellt innovative Ansätze in der Förderung von Kleinunternehmern und Bauern bereit und wird von Jacqueline Bungart, im Zuge eines HORIZONT3000-Personaleinsatzes, unterstützt. Beide Projektpartner sind Vorort etabliert verfügen über Kooperationserfahrung mit UNHCR und dem Office of the Prime Minister, die den Zugang zu den Flüchtlingen regeln.

Mitgliedsorganisationen