von

Frauen verändern die Welt – kfb Symposium in der Rückschau


[Wien, 12.11.2018, PA] …„Teilen heißt für die Aktion Familienfasttag im 60. Jahr ihres Bestehens, sich aktiv für einen umfassenden, d.h. ökonomischen, ökologischen und sozialen Systemwandel einzusetzen mit dem Ziel, Gerechtigkeit und ein gutes Leben für alle Menschen dieser Welt sicherzustellen“, so  Veronika Pernsteiner, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs anlässlich des Festakts zum 60. Geburtstag der Aktion Familienfasttag der kfbö am 9. November in Salzburg. Die entwicklungspolitische Initiative der kfbö, mit der 1958 unter kfbö-Vorsitzender Herta Pammer erstmals Frauen aus Österreich für Frauen aus dem Globalen Süden aktiv geworden sind arbeitet mittlerweile mit mehr als 100 Projektpartnerinnen in Asien, Afrika und Lateinamerika zusammen. Mit dem Symposium „Frauen verändern die Welt!“ am 9. und 10. November in Salzburg unter der Frage „Wie trägt Empowerment von Frauen zu einer ökologischen, ökonomischen und sozialen Transformation bei?“ hat die kfbö einen inhaltlichen Markstein gesetzt.  Das von mehr als 100 Frauen und Männern besuchte Symposium war nicht nur Auftakt für die Arbeit am neuen Schwerpunkt der Aktion Familienfasttag, sondern versteht sich als „Paradigmenwechsel“ in der Ausrichtung der Entwicklungszusammenarbeit der kfbö, die damit auf die großen Krisen der Zeit reagiert…

Unsere Kollegion Ulrike Bey war selbst unter den TeilnehmerInnen und berichtet im Interview über Ihre Eindrücke:

Kannst du kurz über das Symposium Frauen verändern die Welt berichten?

Ulrike: Ich war eingeladen, HORIZONT3000 bei dem Symposium und beim Festakt zu 60 Jahre Familienfasttag zu vertreten. Im Symposium ging es darum Transformation zu denken und zu überlegen, wie man eigentlich vom Reden ins Handeln kommt. Was sind die großen Themen in unserer Wirklichkeit und wie lassen sich diese auf unser, oder mein persönliches Leben runterbrechen.

Die katholische Frauenbewegung hat inspirierende österreichische und internationale Rednerinnen und Redner eingeladen, darunter auch Alina Menjivar, Koordinatorin der Fraueninitiative „Colectiva feminista“ in El Salvador, Projektpartnerin von HORIZONT3000. Es wurden verschiedene Aspekte der Transformation angesprochen – ökologische, ökonomische, soziale, die alle zusammen gedacht werden müssen. Es ging viel darum, von der Angst oder Lähmung, die viele angesichts der Situation in der Welt verspüren, zu schauen, was gibt es für Initiativen in der Welt, wie kann man aktiv werden – und es war dieser kfb-Geist spürbar, dass man GEMEINSAM etwas schaffen kann.

Was hat Dich besonders beeindruckt?

Ulrike: Erstmal die sehr guten Redebeiträge, die wirklich viele Aspekte beleuchtet haben und auch konkrete Beispiele dazu gebracht haben was wir tun können um zu einer Verbesserung, zu einer Veränderung der Situation beizutragen und zu spüren, dass man gemeinsam aktiv werden muss, jeder individuell aber eben auch gemeinsam.

Wie war das Geschlechterverhältnis?

Ulrike: Da es ja eine Veranstaltung der katholischen Frauenbewegung war, waren natürlich überwiegend ehren- und hauptamtliche kfb-Frauen da, aber es gab auch eine Reihe von Männern. Und für mich war es natürlich spannend, mal ein bisschen hinter die Kulissen der kfb zu schauen. Es war einfach eine ganz bunte Gruppe engagierter Frauen, die gemeinsam versuchen, sich Wissen anzueignen und gemeinsam zu überlegen wie wir die Welt verbessern können.

Und ich muss sagen, es war supergut organsiert und spannend gemacht und auch sehr anregend! Ich bin wirklich begeistert. Auch methodisch war es gut aufgezogen.

Ein Ziel der Veranstaltung war ja auch inhaltliche Inputs an ehrenamtliche Frauen zu geben?

Ulrike: Genau. Dazu gab es am Sonntag noch das so genannte Multiplikatorinnentraining, das Schwerpunktland der nächsten Familienfasttagsaktion ist Tansania, das heißt die Frauen waren natürlich daran interessiert mehr über das Land zu erfahren. Es gab 3 verschiedene Workshops, ich hatte die Möglichkeit über die Landrechte in Tansania und die Probleme damit auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen zu sprechen. Dabei konnte ich auch die Arbeit von 2 unserer Partnerorganisationen vorstellen, nämlich HAKIARDHI und MHOLA, die Bewusstseinsbildung zum Thema (Land)rechte machen und Rechtsberatung konkret auch für Frauen anbieten, um deren Rechte zum Beispiel auf Landbesitz durchzusetzen.

Es ging vor allem darum das Thema anschaulich und mit praktischen Beispielen darzustellen und den Teilnehmerinnen Handwerkszeug mitzugeben, um das Thema dann in den Gemeinden zu verbreiten. Das hat unheimlich viel Spaß gemacht, wir haben ein Rollenspiel gemacht, wo wir so eine Landverhandlung nachgespielt haben und das hat viele Gedanken und Diskussionen ausgelöst.

Ich möchte jetzt aber noch was zum Festakt sagen, der Freitagabend stattfand. Es waren viele Gäste da, es wurde der Gründerin der Familienfasttagsaktion Herta Pammer und ihrer Kolleginnen gedacht. Anja Appel, Geschäftsführerin der KOO und ehemalige Generalsekretärin der kfbö, hat eine sehr bewegende und aufrüttelnde Rede gehalten. Dabei hat sie nicht nur zu 60 Jahren Familienfasttag gratuliert und das Augenmerk darauf gelegt was erreicht wurde, sondern vielmehr auch den Blick auf die Gegenwart und in die Zukunft gerichtet und diesbezüglich ganz klar gesagt hat: wir haben noch nicht genug erreicht, wir müssen aus unserer Komfortzone heraus und wir dürfen uns nicht im Bequemen einrichten, angefangen von unserem Flugverhalten bis zum öffentlichen Protest.

Wir müssen einfach noch an anderen Hebeln für unsere politische Arbeit ansetzen, das war ihre Message.

Danke für das Gespräch!

 

Mitgliedsorganisationen