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Früher zurück vom Einsatz: Christine und Andreas Cermak


Selten, aber doch, kommt es zu Projektabbrüchen. Auch das ist Realität in der Personellen Entwicklungszusammenarbeit. Im Fall von Christine und Andreas Cermak, die als Paar ausreisten, aus gesundheitlichen Gründen.

Ihr habt euren Einsatz abbrechen müssen, was ist passiert?

Christine Cermak: Leider erkrankte Andreas schon nach sechs Wochen an Denguefieber. Dieses kam so massiv über ihn, dass er nach Cairns (Australien) evakuiert werden musste. Gemeinsam mit den Ärzten dort haben wir beschlossen, dass es besser ist, nach Österreich zurückzukehren, da eine zweite Erkrankung an Dengue noch schwerwiegendere Folgen haben könnte. Gerade in so einer medizinisch schlecht versorgten Gegend wie Buka ist das Risiko zu groß.

Das Ganze ist noch sehr frisch für euch, wie fühlt ihr euch?

Christine Cermak: Wir bedauern es sehr, schon zurück sein zu müssen. Wir haben viel Zeit, Energie und auch Geld investiert, um diesen Einsatz machen zu können. Es war ein jahrzehntelanger Wunsch, nach unserem ÖED-Personaleinsatz, den wir Anfang der 1990er in der Zentralafrikanischen Republik absolviert hatten, nochmals auf Einsatz zu gehen. Jetzt ist das unwiederbringlich vorbei. Wir fühlen uns gar nicht gut dabei. Es ist so, als ob „wir etwas nicht geschafft“ haben, obwohl wir nicht wirklich etwas dafür können. Es ist eine große Wehmut vorhanden.

Wie geht ihr damit um, dass ihr aus gesundheitlichen Gründen euren Einsatz nicht mehr fortführen könnt?

Christine Cermak: Wir sind froh, dass es so gut ausgegangen ist, es hätte noch viel schlimmer kommen können. Da ist trotz allem auch eine gewisse Dankbarkeit vorhanden.

Wie reagierte euer Umfeld?

Christine Cermak: Im Vorfeld hatten wir Angst vor den vielen Fragen und Begegnungen. In Zwettl wusste ja jeder, dass wir ausgereist sind. Tatsächlich aber wurden wir mit viel Herzlichkeit, Verständnis und Wohlwollen begrüßt und aufgenommen. Das hat uns sehr gut getan.

Was nehmt ihr aus dieser Erfahrung mit?

Christine Cermak: Unsere Zeit in Buka war wunderschön und voll von neuen Erfahrungen und vielen Begegnungen. Bougainville ist ein wunderschöner Platz zum Leben.  Das In-Country-Training war  gut organisiert, sehr spannend und interessant. Der Einsatz hätte sicher einiges von uns abverlangt, aber wir hätten es uns gut vorstellen können. Während der Erkrankung haben wir viele nette und hilfsbereite Menschen kennengelernt. Wir haben den Zusammenhalt der HORIZONT3000-Familie erfahren und haben uns gut aufgehoben gefühlt.

Was steht als nächstes bei euch an?

Christine Cermak: Jetzt heißt es wieder in Österreich Fuß zu fassen. Wir können demnächst wieder in unseren Beruf als Lehrerin bzw. Lehrer einsteigen und werden dadurch das Thema der Entwicklungszusammenarbeit auch immer wieder einbringen können. Natürlich wollen wir auch wieder reisen, allerdings sind Länder ausgeschlossen, in denen es Denguefieber gibt.

Alles Gute!

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