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„Integrierte Gemeindeentwicklung in Borana“ – Äthiopienschwerpunkt 2020 des Landes Salzburg


Das Schwerpunktprojekt 2020 der Entwicklungszusammenarbeit des Landes Salzburg liegt in Äthiopien. Gefördert wird ein Vorhaben von SEI SO FREI, der entwicklungspolitischen Organisation der Katholischen Männerbewegung Salzburg, in Zusammenarbeit mit HORIZONT und des äthiopischen Projektpartners SCORE, das in der vom Klimawandel stark betroffenen Region Borana umgesetzt wird. Ziel ist es, die Resilienz der Bevölkerung gegenüber wiederkehrenden Dürren zu erhöhen. Der folgende Bericht entstammt dem Förderantrag:

seisofreiÄthiopien2„Die Borana Zone im Süden Äthiopiens wurde 2017 von einer Dürre erschüttert. Damals entschied sich der äthiopische Projektpartner SCORE ein Nothilfeprogramm umzusetzen, um die Bevölkerung mit Nahrungsmittel, Einkommensmöglichkeiten („Cash for work“) und Medikamenten zu versorgen. Da solche Dürreperioden aufgrund des Klimawandels in immer kürzeren Abständen auftreten, möchte SCORE mit Unterstützung des Landes Salzburgs/SEI SO FREI ein längerfristig wirkendes Programm in Borana umsetzen, um die Resilienz der Dorfgemeinschaften gegenüber Dürren nachhaltig zu erhöhen, SCORE hat bereits langjährige Erfahrung mit Projekten mit seminomadischen Zielgruppen wie den Hamer und den Male in der Provinz Southern Nations, Nationalities and Peoples Region (SNNPR).

Nach der Dürre in Borana zogen sich in den Jahren 2018 und 2019 viele NGOs wieder aus der Region zurück, SCORE jedoch blieb mit einem Team in Borana und möchte mit diesem Projekt seine Unterstützung ausweiten.  Die Borana Zone liegt im Süden der Provinz Oromia. Dort leben die rund 900.000 Einwohner/innen. Der Großteil von ihnen sind seminomadische Viehalter, d.h die Männer und Jungen ziehen mit dem Vieh von Wasserstelle zu Wasserstelle während die Alten, die Frauen und die Kinder in Dörfern leben. Aufgrund dieses Lebensstils sind die Familien sehr anfällig wenn es zu Dürren, Wasserknappheit und Erkrankungen des Viehbestands kommt. Auch Konflikte zwischen Clans um Vieh- und Wasserstellen kommen zur Trockenzeit regelmäßig vor. Aufgrund der dünnen Besiedelung, der geographischen Randlage und der ethnischen Marginalisierung ist Borana sehr unzureichend mit Infrastruktur versorgt, besonders die Schul- und Gesundheitsversorgung ist kaum vorhanden.

 

SCORE möchte diese Lücke füllen und setzt dabei auf einen integrierten  Entwicklungsansatz („ICDP –Integrated Community Development Project“). Dabei werden alle zentralen Bedürfnisse von Dorfgemeinschaften adressiert – von Einkommensschaffung über den verbesserten Zugang zu Bildungseinrichtungen und Gesundheitsdiensten bis hin zu friedenssichernden Maßnahmen, um die Konflikte in der Trockenzeit zu minimieren.“

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