von

Katja Hinzmann zurück aus Tansania


Katja Hinzmann hat Internationale Agrarentwicklung mit Spezialisierung im Bereich der Pflanzenproduktion in Berlin studiert. Seit über 15 Jahren ist sie als Beraterin und auch praktisch im biologischen Obst- und Gemüseanbau tätig. Sie war im Vorfeld ihrer Tätigkeit für HORIZONT3000 bereits im Rahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit für mehrere Jahre auf den Philippinen und in Laos tätig.

Du warst 2 Jahre im Einsatz. War es so, wie du dir den Einsatz vorgestellt hast?

Katja: Nein, aus drei Gründen nicht. Erstens wurde ich nicht wie geplant in die Projektarbeit miteingebunden. Zweitens hat mich die unglaubliche Alltagsfreundlichkeit der Menschen vor Ort oftmals überfordert, denn die Kultur ist sehr fordernd, es fragt dich wirklich jeder zu wirklich jedem Zeitpunkt nach deinem Wohlbefinden, von den Kindern bis zu den Alten, wirklich alle, und das fordert viel Kommunikationsenergie, darauf war ich absolut nicht vorbereitet. Der dritte Grund war, dass ich auch an der tropischen Hitze gelitten habe.

Was bleibt von deiner Arbeit vor Ort übrig? Persönliches Resumee?

Katja: Die Kommunikationskultur hat mich 2 Jahre lang so inspiriert, dass ich sehr gerne etwas davon mit nach Europa nehme!

Was hat dich am meisten persönlich bewegt, geprägt oder verändert?

Katja: Ich hab nur darüber gestaunt, wie die Menschen auf dem Land trotz widriger Lebensumstände (Armut, Krankheit und fehlendes Einkommen) ihre positive Einstellung und ihre generelle Freundlichkeit bewahren.

Was gibst du neuen Ausreisenden als Ratschlag mit auf den Weg?

Katja: Erwidert und schätzt die Freundlichkeit der lokalen Bevölkerung!


Ziel des Personaleinsatzes: Durch den Projekteinsatz von Katja sollte das Management im Farmer Training Center verbessert werden und die ökologische Produktion ausgeweitet werden. Damit sollen die Selbstversorgung und die Verkaufserlöse des Centers erhöht werden, um eine bessere Rentabilität zu gewährleisten. Zudem soll in die Praxis des Demonstrationsbetriebes mehr von dem großen SAT-Erfahrungsschatz und -Netzwerk einfließen.

Lokale Partnerorganisation: Sustainable Agriculture Tanzania (SAT) ist eine seit 2011 eingetragene NGO in Tansania, mit der Vision, dass Bäuerinnen und Bauern nachhaltige agrarökologische Methoden verwenden, um ihren Lebensstandard zu verbessern, die Umwelt zu schützen und den Druck auf die natürlichen Ressourcen zu verringern. SAT arbeitet an Lösungen für soziale und ökologische Probleme, die durch eine destruktive Landwirtschaftspraxis verursacht wurden. Mittlerweile sind mehr als 2500 KleinbäuerInnen in einem agroökologischen Bauernnetzwerk verbunden, wodurch wertvolle Erfahrungen und Best Practice Beispiele allen Beteiligten, sowie öffentlich und privat Interessierten zur Verfügung gestellt werden. Seit 2013 ist ein Farmer Training Center (FTC) mit über 4000 m² eröffnet, das als Ausbildungsstätte und Demonstrationsbetrieb fungiert. Seit der Eröffnung haben bis heute mehr als 1600 BäuerInnen, RegierungsvertreterInnen und Jugendliche aus Ostafrika eine Weiterbildung im agroökologischen Bereich bekommen. Zudem ist SAT Co-Herausgeber der monatlich erscheinenden Agrarzeitschrift „Mkulima Mbunifu“. Dort werden agrarökologische technische Themen einer Leserschaft mit bis zu 45000 LandwirtInnen in ganz Ostafrika präsentiert. Von Anfang an bis heute betreibt SAT Forschung und arbeitet mit Universitäten zusammen, um die Akkumulation von agrarökologischen Wissen zu steigern. ForscherInnen und landwirtschaftliche Gruppen werden vernetzt, um eine partizipative Forschung zu etablieren.

Mitgliedsorganisationen