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Friedbert Ottacher wieder bei HORIZONT3000!


Wir freuen uns besonders Friedbert Ottacher wieder im Team zu haben, der zuletzt vor acht Jahren für HORIZONT3000 gearbeitet hat. Er hat den Bereich von Agnes Hauser übernommen, die sich in ihre sehr verdiente Pension verabschiedet hat. Friedbert zeichnet für die Region Ostafrika verantwortlich.

Was hast Du in den letzten Jahren beruflich gemacht Friedbert?

Nach HORIZONT3000 war ich fünf Jahre bei der Organisation Licht für die Welt für Äthiopien zuständig. Ich habe das Programm mitentwickelt und das Regionalbüro aufgebaut. Das waren sehr dynamische Jahre in einer stark wachsenden Organisation. Die Länderstrategie zu entwickeln, neue Partner zu suchen und Licht für die Welt zu einem zentralen Akteur im Bereich Augenmedizin und für die Rechte von Menschen mit Behinderung in Äthiopien zu machen war eine großartige Aufgabe.

Parallel dazu war ich auf der Universität sehr aktiv. Ich habe einerseits über die entwicklungspolitische Praxis lektoriert, aber auch eine Bildungskarenz genommen, um mich mit Entwicklungstheorien und Entwicklungsökonomie auseinanderzusetzen. Daraus ist dann in Zusammenarbeit mit Thomas Vogel das Buch Entwicklungszusammenarbeit im Umbruch entstanden, das am 15. September in der zweiten Auflage erscheint.

Ein Fachbuch?

Das Buch ist für ein entwicklungspolitisch interessiertes Publikum geschrieben. Es liest sich flott und ist angereichert mit Praxisbeispielen und persönlichen Erlebnissen. Uns ist es darum gegangen diese spannende Materie, die meist rein akademisch beackert wird, lebendig zu vermitteln.

Die zweite Auflage ist um aktuelle Themen erweitert: was hat Armutsmigration mit EZA zu tun; wie können die nachhaltigen Entwicklungsziele umgesetzt werden; was bedeutet das Protokoll der Klimakonferenz aus Paris für die Entwicklungszusammenarbeit – all diese Fragen werden beleuchtet.

Lehre und Vermittlung liegt Dir also am Herzen? 

Ja sehr! Ich sehe mich als Vermittler, der die komplexe, verkopfte EZA einem interessierten Publikum begreifbar macht – in Interviews, Kommentaren oder eben in Vorlesungen.Plakatklein

Ich gebe auch Seminare zu Themen wie Projektplanung, oder zu den nachhaltigen Entwicklungszielen, etc.; also zu Fragen, die die EZA Praxis beschäftigen. Zielgruppen sind hier Kollegen von anderen Hilfswerken oder Fördergebern.

Großen Spaß macht es mir, gemeinsam mit anderen neue Formate zu entwickeln. Aktuell ist das die EZA auf der Anklagebank. Diese interaktive Abendveranstaltung findet am 24.09 in Bozen und am 6.10 in Wien statt. Thomas Vogel gibt den Verteidiger, Johanna Mang von Licht für die Welt die Richterin und ich den Ankläger. Wir simulieren einen Prozess, der in erster Linie von den Zeuginnen lebt: ehrenamtlich engagierte Menschen, EZA Praktiker, Journalisten, Kritiker, … Wir haben dieses Format bereits in Salzburg, Innsbruck und Graz erfolgreich aufgeführt und freuen uns jetzt auf die Premiere in Wien am 6. Oktober.

Jetzt bist Du wieder bei HORIZONT3000. Was hat Dich angezogen, was hat Dich wieder hergelockt, für unsere Organisation zu arbeiten?

Wieder in die Projektrealität in Ostafrika einzutauchen, neue Projekte zu entwickeln, Leute zu rekrutieren und sie dann zu begleiten und mein Wissen innerhalb einer großen Struktur einzubringen – das alles war sehr verlockend. Als Konsulent ist man oft Einzelkämpfer, das kann auf die Dauer zermürben. Zusätzlich war es an der Zeit, wieder in die Praxis vorort einzutauchen.

Was ist Dein Eindruck: wie hat sich die Organisation entwickelt?

Horizont3000 ist moderner und schneller geworden. Die Organisation hat sich gut den Zeiten angepasst, vom Auftritt nach außen genauso wie im Umsetzen der Projekte. Was mich immer schon  angesprochen hat, ist die konstant hohe Qualität der Arbeit, die erfahrene Kollegenschaft, die etablierten Strukturen und Prozesse. Und einfach das Standing das sich HORIZONT3000 in der entwicklungspolitischen Fachöffentlichkeit erarbeitet hat.

Hast du konkrete Ziele und Visionen für deine Arbeit hier?

Ich möchte, dass wir in Ostafrika ein klares Profil entwickeln und gute Arbeit machen. Ich bin überzeugt davon dass HORIZONT3000 neue Fördergeber gewinnen kann, die eine professionelle Arbeit und hohe Standards in Planung, Abwicklung und Berichtslegung zu schätzen wissen. Ich möchte auch, dass  HORIZONT3000 weiterhin als verlässlicher und flexibler Partner von unseren lokalen Partnern gesehen wird.

Eine besondere Qualität von HORIZONT3000 ist ja, dass die Organisation langfristig denkt. Das ist eine Qualität, die nur wenige Hilfswerke bieten können: bei uns gibt’s den ADA-Rahmen und die Mitgliedsorganisationen, auf die man sich verlassen kann. Die Möglichkeiten, die HORIZONT3000 aufgrund der Mitgliedsorganisationen hat, sind vielfältig: Voraussetzung ist, dass man gut kommuniziert und Leute einem vertrauen, dann kannst du viel bewirken.

Danke Friedbert und viel Erfolg!

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