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ADA-Rahmenprogramm Finanzierungsprojekte 2019-2022 erfolgreich gestartet


Ende Dezember 2018 wurde das Rahmenprogramm für Finanzierungsprojekte 2019-2022 von der Austrian Development Agency genehmigt. Mittlerweile wurden schon die ersten Umsetzungsschritte gesetzt. Was sich verändert hat und was die Herausforderungen in der Zukunft sind, erzählen uns Thomas Vogel und Elfi Paller stellvertretend für alle KollegInnen bei HORIZONT3000, die an der Einreichung beteiligt waren. Wir freuen uns sehr auf weitere 4 Jahre finanzielle Entwicklungszusammenarbeit auf Augenhöhe und vor allem darauf, gemeinsam mit starken PartnerInnen im Süden viele Organisationen und im Endeffekt Menschen dabei unterstützen zu können, ein selbstbestimmteres Leben zu führen.

vlnr. Programmabteilung & Finanzmanagerinnen.: Jasmin Thomas, Daniela Pfeffer, Petra Herout, Ulrike Bey, Andrea Vogiatzopulos, Peter Pober-Lawatsch, Elfriede Paller, Diego Santos, Elisabeth Moder, Eva Scheibreithner. Nicht im Bild: Friedbert Ottacher, Kristina Kroyer, Elisa Romero

 

 

Wie funktioniert die Einreichung eines Rahmens, da steckt ja jede Menge Planung und jede Menge Koordination dahinter? Da heißt es Ärmel hochkrempeln …

Thomas Vogel: Ein Rahmenprogramm ist ein sehr komplexes Gebilde und es fließt sehr viel Arbeit von verschiedenen Leuten ein. Also bei uns im Haus ist das zunächst einmal die Programmabteilung und das Finanzmanagement. Beteiligt sind natürlich auch auch andere Organisationseinheiten, aber wesentlich bei der Programmeinreichung beteiligt sind die Finanzmanagerinnen und die Programmabteilung in Abstimmung mit unseren lokalen Partnerorganisationen, MitarbeiterInnen in den Regional- und Länderbüros und auch mit unseren Mitgliedsorganisationen. Vom Ablauf her ist es so, dass unsere Anträge  normalerweise  immer im September eines Einreichungsjahres fällig sind, das ist der Zeitpunkt, an dem der Vollantrag abgegeben wird. 2018 war die Deadline aber schon der 15. August. Der formelle Startschuss gegenüber dem Hauptfördergeber, der Austrian Development Agency (ADA), fällt im Februar, wo wir eine Interessensbekundung einreichen. Vor dieser Interessenbekundung beginnen wir aber schon im Intercambio des Vorjahres, uns über ganz grundlegende Dinge zu einigen, zum Beispiel wie viel Finanzierungsbeitrag in einzelne Länder geht, was inhaltliche Schwerpunkte sein sollen. Das heißt, wenn wir im August/September 2018 einen Antrag abgeben, dann haben wir beim Intercambio 2017, rund 18 Monate davor, bereits die ersten Planungsgespräche mit unseren Mitgliedsorganisationen geführt und danach folgt eine lange Sequenz von Abstimmungen zwischen verschiedenen Beteiligten. Ich möchte hier die Gelegenheit nutzen und allen Beteiligten für ihren großen Einsatz danken. Nur deshalb konnten wir ein tolles Programm mit vielen Neuerungen einreichen.

Elfriede Paller: Nur um ein Bild zu haben, wovon wir bei diesem Programm reden, wir haben ein Gesamtvolumen von 17 Millionen Euro in 10 Ländern eingereicht, dies teilt sich in 10 Länderbudgets, die Länderbudgets haben insgesamt 47 Subkomponenten, und  der ADA-Anteil beträgt ca. 60%, das sind 10,2 Millionen Euro. Das umreisst grob, wovon wir bei diesem Programm in Zahlen ausgedrückt reden.

Wir fangen bei der Budgeterstellung an der Basis an und arbeiten uns von diesen 47 Subkomponenten bis zum Programm nach oben, bei dem dann 5 Programminterventionen eingereicht werden. Das heißt, die Arbeit ist bereits mit unseren Regional- und Länderbüros, mit den Partnerorganisationen und intern mit den ProgrammkoordinatorInnen sehr intensiv, um dann die einzelnen Teile zu einem Programm zusammenführen zu können. Die groben Abstimmungen beginnen, wie Thomas schon gesagt hat, bereits 2 Jahre davor, die wirklich intensive Phase beginnt ein Jahr davor.

Was sind die Herausforderungen in den nächsten Jahren?

Elfriede: Dieses Programm bestehend aus 5 Interventionen heißt mehr Arbeit, denn 47 Maßnahmen stehen hinter den 5 Interventionen, wobei diese in 10 Ländern stattfinden. Die müssen wir wieder in ihre Einzelteile aufdröseln um sie dann für die Darstellung wieder zu diesen Paketen zusammenzuführen. Das ist eine große Herausforderung, das heißt mehr Arbeit, das ist klar für uns, aber es heißt auf der anderen Seite auch weniger Arbeit bei beispielsweise Budgetumwidmungen oder anderen Änderungen, weil hier die Pakete zusammengefasst sind und somit höhere Umwidmungsgrenzen haben. Aber natürlich ist das Monitoring dazu auch sehr intensiv, wie im Fall von Ostafrika. Da haben wir ein Regionalprogramm mit 4 Länderbudgets und diese Länderbudgets haben zwischen 1 bis 10 Maßnahmen dahinter liegend. Das ist einfacher, weil wir intern monitoren und managen können, aber es ist natürlich ein zusätzlicher  Aufwand durch die laufende Zusammenführung zu Interventionen und Länderbudgets.

Thomas: Einige Darstellungen, Tabellen und Formate haben wir für das Projektmanagement entwickelt, die danach von Partnerorganisationen, Fördergeber und Mitgliedsorganisationen an der Oberfläche gar nicht wahrgenommen werden können.

Wir können auf der inhaltlichen Seite jetzt ganz klar und mit belegbaren Daten zu unterschiedlichen nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs) darstellen, welche quantifizierbaren Beiträge wir zu den jeweiligen Entwicklungszielen haben. Dahinter steckt allerdings ein langer Diskussions- und Rechercheprozess, welche Ziele, welche Unterziele stehen zur Debatte, welche passen zu unserem Programm und wie können wir das runterbrechen auf Indikatoren auf der Einzelprojektebene, sodass wir danach wieder alles aggregieren können. Da steckt extrem viel Hirnschmalz drin, von unseren Programmkoordinationen, von unseren Sektorkoordinationen, die sich da wirklich viel Arbeit machen.

Elfriede:  Für das Finanzteam – wir sind 3 Finanzmanagerinnen im Büro in Wien – ist die große Herausforderung sicherlich die, dass wir 47 Maßnahmen immer wieder zu 5 Interventionen zusammenführen müssen und trotzdem wieder 47 einzelne Maßnahmen implementieren und monitoren müssen. An dieser Stelle möchte ich mich bei den KollegInnen für die gute Zusammenarbeit bedanken. Natürlich auch bei den Teams in den Regional- und Länderbüros, die sehr viel Vorarbeit für uns in Wien geleistet haben.

Worauf freut ihr Euch?

Thomas: Ich freue mich vor allem darauf, dass wir unsere Maßnahmen für die SDGs mit diesem Programm besser abbilden werden können. Das war auch ein Hauptziel des neuen Rahmens.

Elfriede: … und ich freue mich auf eine 100%-Umsetzung des Rahmens und dass wir durch die Erfahrungen das nächste Rahmenprogramm dann gleich wieder effizienter gestalten können. Obwohl es viel Arbeit ist, macht es auch viel Spass Neues zu entwickeln und auszuprobieren und an den Herausforderungen zu wachsen.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

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