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Zurück vom Einsatz: Elisabeth und Johannes Salaban-Hofer


Johannes war nach seinem Wirtschaftsstudium und einem Auslandssemester in Finnland einige Jahre für ein international tätiges österreichisches Unternehmen in den Bereichen Wirtschafts- und Agrarpolitik tätig. Elisabeth ist ausgebildete AHS-Lehrerin für die Fächer Englisch, Ethik und katholische Religion. Vor ihrem Einsatz hat sie in Schweden und Österreich als Lehrerin im Schulbereich und als Trainerin in Betrieben gearbeitet. Die beiden waren über 2 Jahre in Papua Neuguinea für HORZIONT3000 auf Einsatz. Seit kurzem sind sie wieder da!

Ihr seid seit kurzem zurück. Hattet Ihr nach deiner Rückkehr einen Kulturschock?

Wahrscheinlich sind wir gerade mittendrin. Wir haben es vielleicht noch gar nicht so realisiert. Vielleicht kommt es noch, es ist teilweise so, als ob wir nicht weg waren einerseits, aber anderseits ist es eigenartig, wieder hier zu sein nach mehr als zwei Jahren. Zum Beispiel, wenn was ausgemacht ist, ist es ausgemacht – Termin ist Termin, Uhrzeit ist Uhrzeit. Alles in allem können wir das vielleicht in ein paar Wochen besser beurteilen.

Eure größte Herausforderungen, Hindernisse, Probleme?

Die Infrastruktur und Kommunikation stellen jedenfalls eine sehr große praktische Herausforderung dar. Es gibt zwar Mobilfunknetz und Internet, trotzdem werden noch viele Schulen für Fortbildungen oder andere Aktivitäten per Brief eingeladen. Es gibt allerdings auch keine öffentlich Post. Die Briefe werden dann per Boten versandt. Viele Einladungen laufen zudem noch über Mundpropaganda, das alles erfordert einen ganz anderen Arbeitsrythmus. Folglich braucht man dann mehr Geduld und ein anderes Verständnis für Abläufe. Viele informelle Dinge werden erst durch die praktische Arbeit klarer; einfache Dinge, die man aber nicht vorher lernen kann.

Was hat Euch am meisten persönlich bewegt, geprägt oder verändert?

Die Geschichte von Bougainville hat uns persönlich sehr bewegt, angefangen von den Missionaren bis zu den Japanern, Australiern, Amerikanern und Deutschen, die die Insel alle nach ihren Vorstellungen kolonialisiert haben. Dann der Bürgerkrieg, ausgelöst wegen der Kupfermine in den 1970er- und 1980er-Jahren (Anm.: damals weltgrößte Kupfermine), und die Resilienz, die die Leute entwickelt haben, ohne dabei zu jammern. Weiters der Stellenwert der Großfamilie, welche dort quasi die Sozialversicherung darstellt, und ganz besonders die Offenheit und Neugier der Menschen bei gleichzeitiger Reserviertheit und Zurückhaltung.

Was gebt Ihr Neuausreisenden als Ratschlag mit auf den Weg?

Vor Ort mal abwarten und Beziehungsaufbau betreiben, es läuft einem nichts davon. Das zwischenmenschliche ist die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit, dafür kann man nicht zu wenig Zeit investieren, darüber hinaus können gute Beziehungen durch keine fachliche Expertise aufgewogen werden. Humor, Gelassenheit und offen sein dafür, dass die Dinge laufen, wie sie laufen. Vielleicht mal den Leistungsgedanken hintanstellen!

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