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zurück vom Einsatz: Lisa Györkös


Die Steirerin Lisa Györkös studierte Sozialarbeit in Wien und arbeitete anschließend unter anderem mit Grassroot-Organisationen im südindischen Bangalore. Dort studierte sie auch Ländliche Entwicklung. Anschließend entschloss sie sich in Österreich als Pflichtschullehrerin mit sozial-belasteten Kindern zu arbeiten. Sie reiste gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer 3-jährigen Tochter aus. Ihren Einsatz musste Sie aufgrund der politisch angespannten Situation in Nicaragua vorzeitig beenden.

Was bleibt von deiner Arbeit vor Ort? Persönliches Resumee?

Meine Arbeit als Beraterin in methodisch/didaktischen Belangen hätte erst richtig begonnen. Ich konnte erst wenige Workshops zum Thema Digitalisierung des Unterrichts durchführen. Ich hoffe dennoch, dass die Partnerorganisation für sich davon etwas verwenden kann.

Deine größten Herausforderungen, Hindernisse, Probleme?

Als Lehrerin war ich es gewohnt im 50-minuten Takt zu arbeiten. Die Tätigkeit als Beraterin in der EZA ist eine ganz andere. Zu Beginn des Einsatzes muss man noch viel lernen, beobachten und zuhören. Das war manchmal schwierig zuzulassen, dass man nicht unbedingt selbst aktiv arbeiten kann.

Was hat dich in den 1 Jahren Projektarbeit am meisten persönlich bewegt, geprägt oder verändert?

Ich konnte sehr viel von meiner Partnerorganisation über Schulentwicklung und Gendergerechtigkeit im Unterricht lernen. Ich fand es wirklich toll, in einer Schule zu arbeiten, wo immer der Schüler und die Schülerin im Zentrum der Arbeit stehen. Das ist leider nicht in jeder Schule der Fall.

Was machst du als nächstes?

Wir sind begeistert von der zentralamerikanischen Lebensweise und wollten unseren Traum, im Ausland zu leben und zu arbeiten, nicht aufgeben. Mein Mann und ich hatten das Glück eine Anstellung ab August an einer deutschen Auslandsschule in San Salvador zu finden.

Was gibst du neu Ausreisenden als Ratschlag mit auf den Weg?

Flexibilität! Es kommt oft anders als man denkt. In unserem Fall zum Beispiel war alles perfekt; wir hatten gerade unser Haus fertig eingerichtet, meine Tochter hatte sich im Kindergarten eingewöhnt, mein Mann hatte Vorstellungsgespräche an Schulen und ich hatte mich persönlich und beruflich sehr wohlgefühlt. Und plötzlich eskalierte die politische Situation und das ganze Land geriet in Umbruch.

Danke für das Gespräch und deinen Einsatz für HORIZONT3000!

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