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Zurück vom Einsatz: Mareike Trull


Mareike, das war dein erster Personaleinsatz in der Entwicklungszusammenarbeit, leider war nach einem Jahr schon wieder Schluss. Was waren die Gründen für deinen Abbruch?

Mareike Trull: Ich war in der Arbeit unterfordert. Das hatte zwei Gründe, es fehlte im Arbeitsbereich Kommunikation der Counterpart. Der sollte am Ende des vergangenen Jahres eingestellt werden, aber es fehlten die finanziellen Ressourcen dafür.  Im Arbeitsbereich Anwaltschaft hatte ich zwar einen Counterpart, aber der hatte viel zu tun und war selten da. Es hatte den Anschein, dass die Organisation gerne gehabt hätte, dass ich nicht berate, sondern Gapfilling betreibe.

Welche Erwartungen haben sich erfüllt?

Mareike Trull: Auf persönlicher Ebene war das eine super Erfahrung. Leben und Arbeiten in Afrika, das war für mich ganz neu. Weit weg von Freunden und Familie. Vom Einsatz her gesehen hab ich sehr viel gelernt und neue Einblicke bekommen. Die komplexen Sachverhalte in der Entwicklungszusammenarbeit, die ich davor nicht nachvollziehen konnte, verstehe ich jetzt ganz gut, weil ich ja ganz nah dran war. Also zum Beispiel beim Funding, da weiß ich jetzt, wo die Hemmnisse und Fesseln liegen.

Willst du wieder einmal auf Einsatz gehen?

Mareike Trull: Ja, auf jeden Fall. Ich habe bei meinen H3- KollegInnen ja gesehen, dass da auch Einsätze dabei sind, wo man fachlich sehr gefordert ist. Das würde mich schon reizen.

Was steht bei dir als Nächstes an?

Mareike Trull: Vielleicht gehe ich wieder nach Brüssel, aber es gibt auch eine interessante Stelle in Wien, wo ich mich bewerben werde. Ich hatte in der Vergangenheit eher industrienah gearbeitet, in Zukunft will ich mehr mit Menschen zu tun haben.

Zur Person

Mareike Trull studierte vier Jahre an der University of Stirling Politik und Business. Sie absolvierte ihren Master anschließend an der EM Strasbourg Business School in Frankreich. Nach ihrem Studium arbeitete sie mehrere Jahre in Brüssel für verschiedene Lobbyverbände in Management und Öffentlichkeitsarbeit.

Ziel des Personaleinsatzes

Der Personaleinsatz unterstützte HURINET-U im Ausbau seiner anwaltschaftlichen Tätigkeiten und seiner Kommunikation. Ziel war es, die Advocacy- und Communications-Kapazitäten bei HURINET-U zu stärken, um effizienter in Menschenrechtsfragen agieren und mit internen und externen Akteuren interagieren zu können.

Die Partnerorganisation

Human Rights Network – Uganda (kurz: HURINET-U) ist eine 1994 gegründete Dachorganisation mit 63 Mitgliedsorganisationen. Schwerpunkte der Arbeit von sind wirtschaftliche, kulturelle und soziale Menschenrechte, Kinderrechte, Frauenrechte sowie Friedensförderung und Konfliktbewältigung. HURINET-U ist mit zivilgesellschaftlichen und staatlichen Einrichtungen auf lokaler, regionaler, nationaler und teilweise internationaler Ebene solide vernetzt und hostet u. a. auch eine Reihe von zivilgesellschaftlichen Kampagnen und Koalitionen wie National Coalition on Human Rights Defenders Uganda, National Coalition on Transitional Justice Uganda, Coalition on the International Criminal Court, National Coalition on Police Accountability & Security Sector Reform, Human Rights Education Coalition, Economic, Social & Cultural Rights Coalition und die Coalition on Freedom of Information.

Mitgliedsorganisationen