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Zurück vom Einsatz: Simone Steiner


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Simone Steiner ist eine gebürtige Osttirolerin, die nach der Ausbildung zur Kleinkindpädagogin an der Klagenfurter Alpe-Adria Universität und in Graz Philosophie und Gruppendynamik studierte. Erfahrungen mit Frauen in Konfliktsituationen konnte sie in ihrer Arbeit als Sozialarbeiterin in einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme und als Mitarbeiterin des Jugendamts sammeln. Nach 2 1/2 Jahren im Einsatz als Beraterin zweier Frauenorganisationen in der Region der Autonomen Karibikküste in Nicaragua begleitete sie bis jetzt die Organisation „Nora Astorga“ in Rosita und die Universität URACCAN im Bereich Teamarbeit und Aufbau sozialer Kompetenzen.

Du bist seit kurzem aus Nicaragua zurück. Wie geht’s dir kurz nach der Rückkehr nach Österreich?

Simone: Derzeit regle ich hauptsächlich mein Leben, ich brauche jetzt mal Zeit für mich, ich kenne das schon von früher. Das Leben hier ist einfach fordernder, man muss ständig Entscheidungen treffen und das nicht zwischen zwei Optionen sondern aus einem Kanon an Möglichkeiten. Da stelle ich mir dann öfters die Frage ob das notwendig ist. Viel gewohntes hat sich in der Zeit in der ich weg war verändert, da muss ich wieder den Anschluss finden, Prioritäten sind ganz anders gelagert als in Nicaragua.

Was bleibt von deiner Arbeit vor Ort übrig? Persönliches Resümee?

Simone: Beziehungen mit meinen Counterparts und den Frauen im Projekt, das ist mal das Wichtigste. Es war sehr schön zu sehen, dass wir im Projekt sehr bald eine Austauschebene auf Augenhöhe gefunden haben. Es fand in gewisser Weise ein Perspektivenwechsel in den Projekten statt, da wir aus der Notwendigkeit heraus andere Lernmethoden andwenden mussten. Stichwort Analphabetismus, wie vermittelt man die Inhalte ohne Buch wo man nachlesen kann.

Deine größte Herausforderungen, Hindernisse, Probleme?

Simone: Die Kommunikation zwischen den Zeilen. Das Erlernen der Sprache zwischen den Zeilen, die Menschen in Nicaragua haben eine sehr indirekte, höfliche Art zu kommunizieren, herauszufinden was sie wirklich meinen war eine große Herausforderung.

Was hat dich am meisten persönlich bewegt, geprägt oder verändert?

Simone: Ganz sicher die Selbstverständlichkeit das Leben zu nehmen wie es ist, was neben den positiven Aspekten auch teilweise resignative Elemente beinhaltet.

Was gibst du neuen Ausreisenden als Ratschlag mit auf den Weg?

Simone: Es ist sicher nichts so wie du es dir vorstellst. Im Kopf ist alles anders als in der Realität.  An erster Stelle steht die Beziehungsarbeit sonst funktioniert die professionelle Arbeit auch nicht. Ganz wichtig sind Humor und Gelassenheit!

Danke für das Interview!

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