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Dig4Dev: Unser erfolgreiches Digitalisierungsprojekt


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Dig4Dev ist die Abkürzung für Dig4 Development, Mitarbeiter:innenzentrierte Digitalisierungsstrategie für eine menschengerechte und zukunftsfähige Entwicklungszusammenarbeit. Klingt sperrig, ist aber eine ganz feine Sache. Begonnen hat alles im Frühjahr 2021, als wir auf eine Förderung der Arbeiterkammer Wien aufmerksam wurden. Wir bewarben uns mit großem Eifer und erhielten den Zuschlag, was uns große Freude, aber auch sehr viel Arbeit bescherte. Jetzt, nach Abschluss des Projekts kann man durchaus mit Stolz sagen: Es hat sich ausgezahlt.

Vorgenommen hatten wir uns das – ich zitiere: „​​Im Rahmen des vorliegenden Projekts wird ein für die Branche der Entwicklungszusammenarbeit (EZA) beispielgebender Digitalisierungs-Strategieprozess mit Fokus auf die Mitarbeiter:innen umgesetzt. In einem hoch partizipativen Prozess steuern und gestalten die Mitarbeiter:innen die digitale Transformation in den Strategiefeldern Mitarbeiter:innen-Zusammenarbeit, Projektmonitoring und Mitarbeiter:innen-Kommunikation. Durch Beratungen, Weiterbildungen, usw. erwerben die Mitarbeiter:innen die dafür notwendigen Kompetenzen. Gleichzeitig werden unter Federführung des Betriebsrats Regulierungen vorgenommen (Betriebsvereinbarungen, …), die die Rolle der Mitarbeiter:innen als Gestalter:innen des digitalen Wandels auch für die Zukunft absichern. HORIZONT3000 nutzt die bestehende Fachexpertise im Bereich Wissensmanagement um die Erfahrungen und Ergebnisse dieses Projekts auch einem breiten Kreis von anderen NPOs im Bereich EZA und humanitäre Hilfe, sowie Projektpartner:innen im Globalen Süden, zugänglich zu machen.​“

Was wir davon erreicht haben und was uns noch bevorsteht – darüber habe ich mit Stephan Walker, IT-Verantwortlicher bei HORIZONT3000, ein kurzes Interview geführt.

„… bin auch ein klein wenig stolz …“ Stephan Walker (IT-Verantwortlicher bei HORIZONT3000)

Was hat Dig4Dev den Mitarbeiter:innen von H3 gebracht?

Stephan: Auf den ersten Blick: Ein neu gedachter „Digital Workplace“, neue Werkzeuge, neue Perspektiven und jede Menge Schulungen. Die Besonderheit des Projekts lag aber darin, dass wir uns Zeit und Raum nehmen konnten, Bedürfnisse, Erwartungen, aber auch Ängste der Mitarbeiter:innen in Bezug auf die Digitale Transformation in unsere Anforderungsprofile einzuarbeiten. Erst auf dieser Basis wurden strategische Geschäftsfelder definiert und letztlich die Aktivitäten definiert. Das klingt alles recht technisch, heißt aber in der Praxis, dass wir knapp 10 von 17 Monaten nutzen konnten, um Mitarbeiter:innenbedürfnisse in 15 Ländern und 5 Arbeitssprachen in Organisationsziele und konkrete Projekte zu überführen. Das war nicht immer einfach und wir haben prozessseitig sicherlich Raum nach oben. Gemessen an den verfügbaren Ressourcen denke ich aber, dass wir einen guten Job auf den Boden gebracht haben. Ein Erfolgserlebnis war, dass in einer abschließenden Befragung 88% der Mitarbeiter:innen den Prozesses gut bis hervorragend, 60% der Mitarbeiter:innen den Prozess sogar sehr gut bis hervorragend bewertet haben. Ermöglicht hat uns diesen Prozess die Unterstützung durch den Digitalisierungsfonds der Arbeiterkammer Wien: Das hätten wir alleine nicht stemmen können.

Was habt ihr unternommen, damit auch andere Organisationen von euren Erkenntnissen und Erfahrungen profitieren?

Stephan: Da muss ich auf zwei Ebenen antworten:

Einerseits haben wir begonnen eigene Kapazitäten und Routinen aufzubauen, um unseren Projektpartner:innen im Globalen Süden mit Kompetenz und Sicherheit zur Seite stehen zu können. Ein Asset dabei sind die von HORIZONT3000 im Rahmen der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit entsandten Fachkräfte die in ihrer täglichen Arbeit eine Brücke zwischen den in einem gewissen Ausmaß organisatorisch und administrativ getriebenen Realitäten einer EZA-Fachorganisation und den täglichen Bedürfnissen und Realitäten unserer Partnerorganisationen und Prime Actors (Beneficaries) sind. Die Nutzung von WhatsApp für die niederschwellige Gestaltung von Workshops etwa ist ein gutes Beispiel für einen Projekthebel, den wir ohne lokale Präsenz unserer Fachkräfte nicht in dieser Form bemerkt oder bearbeitet hätten. Solche Dinge hatten wir zu Projektbeginn noch nicht im Auge, wir wissen aber nun, dass es an uns liegt, auch im Digitalen einen Raum und ein Klima zu schaffen, das auf der Basis gefestigter Kompetenzen den Brückenschlag zwischen digitalen Methoden und den menschlichen Bedürfnissen unserer Arbeit schafft.

Ganz greifbar und in Zahlen zu fassen sind direkte Aktivitäten des Projektes: Hier möchte ich die Veranstaltung „Digitalisierung in der Entwicklungszusammenarbeit“ sowie den daran folgenden Aufbau einer „Community of Practice“ hervorheben: Die Idee ist, ein niederschwelliges Format zu schaffen, um Erfahrung und Expertise zur Digitalen Transformation in EZA-Organisationen zu teilen. Den fachlichen Rahmen der ersten Veranstaltung vom 12. Dezember bot eine Keynote von Geraldine de Bastion, im Anschluss konnten wir das dig4dev-Projekt sowie resultierende Aktivitäten vorstellen. Die folgende Diskussionsphase war ein Kick-Off den wir in ein halbjähriges Format mit wechselnden Beiträgen und Veranstalter:innen überführen wollen. 49 Teilnehmer:innen aus 35 Partnerorganisationen zeigten bereits zum ersten Termin, dass Bedarf und Interesse besteht.

Das Projekt ist zu Ende, aber die Ergebnisse wirken nach – was steht in Zukunft noch an?

Stephan: Reden wir Klartext: Das Projekt dig4dev ist formal abgeschlossen. Wir konnten die Projektziele weitgehend erreichen und erste Implementierungsprojekte starten. Doch was wir in unseren strategischen Geschäftsfeldern definiert haben, das müssen wir dann auch projektweise auf den Boden bringen: Wir haben mit dig4dev an einem Bogen zu bauen begonnen der 2030 stehen soll. Die ersten Folgeprojekte, das Involvement, die Zusammenarbeit und die Professionalität der Umsetzung machen mich dabei zuversichtlich, dass wir auf einem guten Weg sind. Mein ganz persönliches Highlight ist der Stellenwert, den wir Personalentwicklung und Training auch im IT-Bereich geben konnten. Das darf uns ruhig weiter begleiten und ich bin auch ein klein wenig stolz, dass wir das schaffen konnten.

Danke für die Einblicke!

Zum Ausklang laden wir noch zu einer kleine Roadshow durch unsere Digitalisierungsstrategie ein. [Einfach auf das Foto klicken]

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