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Einbruch bei HURINET-Uganda


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Eigentlich arbeite ich bei TAWLA in Tansania. Da unsere Partner-Organisationen sich im Zuge des „Borrow a TA“-Programms auch die Expertise anderer Einsatzkräfte „ausborgen“ können, hatte ich im März die Gelegenheit einen Medien-Workshop bei HURINET UGANDA zu halten. Wir dachten, ein Follow-Up wäre sinnvoll und daher durfte ich vor kurzem nochmal hinfliegen …

… aber es ist wie verhext. Letztes Mal, als ich in Uganda war und HURINET-U unterstützen durfte, war es, weil es eine massive Krise bezüglich Publikationen gab. Dennoch haben wir viel weitergebracht und der Einsatz hat nicht nur Spaß gemacht, sondern er war für alle sehr lehrreich. Diesmal kam ich am Freitag kurz ins Büro, um alle zu begrüßen und dann am Montag …

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… Polizei überall … nicht schon wieder – eine Absperrung. Menschenmassen und viele ratlose Gesichter.

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Der Einbruch fand wahrscheinlich gegen 11:00 Uhr nachts statt. Ein Boda Boda Fahrer hat sich gegen 8:30 Uhr abends vor das Tor hingestellt und nach zwei Stunden kam er mit 1.000 Uganda Shiling (also 30 Euro cent), um sich beim Wächter zu bedanken, dass dieser auf sein Motorrad aufgepasst hat. Leider war das ein Trick. Der Wächter hat das Tor aufgemacht und sodann kamen 3 bewaffnete Männer herein, die ihn angeblich geknebelt haben, den Mund zugebunden und ihn die Waffen entgegenstreckten. Anschließend begannen die Einbrecher das Büro auf den Kopf zu stellen.

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Die Spur der Verwüstung zog sich durch das gesamte Büro. Sogar der Tresor wurde aufgebrochen … alle Regale wurde ausgeräumt … Der Askari (der Wächter) hat seine Waffe niedergelegt und ist getürmt. Die Serverlandschaft wurde zur Gänze abmontiert …

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Und sämtliche Desktops inklusive Monitore wurden entfernt. Die Spur der Verwüstung war erschreckend. Der Wächter hat überlebt und hat – aus Angst vor dem Gefängnis (in Uganda sitzt man durchschnittlich 3 Jahre im Gefängnis bevor ein Gerichtsverfahren eröffnet wird – und diese 3 Jahre bestehen zumeist aus Folter und Peinigung) – eine genaue Beschreibung des Überfallhergangs (im Book of Guests) abgegeben. Anschließend ist er geflüchtet. Von ihm sowie von den Tätern fehlt jede Spur. Es war unglaublich, was alles zu sehen war. Polizei, Spurensicherung, Spürhunde auf der Suche nach Bomben und natürlich die Medien. Wie in einem schlechten Film. Zuerst gab der Police Officer ein Statement ab und dann noch ein Programmmanager von Hurinet-U.

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Danach kamen sämtliche Donors vorbei und Partnerorganisationen, um ihr Mitleid kund zu tun. Hurinet-U feiert heuer sein 20 jähriges Bestehen. Es ist nicht abwegig, dass die Entwicklung und Vorkommnisse der letzten Monate mit dem Erfolg dieser Organisation zu tun haben. Und der Artikel am nächsten Tag hat dann gezeigt, was die Politik in diesem Land für eine Rolle in den Medien spielt: Es wurden die NGO Mitarbeiter selbst beschuldigt, diesen Einbruch verschuldet zu haben. Ich wünsche den Mitarbeitern von Hurinet-U, dass sie sich weiterhin so toll Menschenrechte einsetzen und dass diese Vorfälle sie nur noch mehr zusammenschweißen und ihnen den Rücken stärken.

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