Solarlaternen für Fischerdorf
Salzburger unterstützt Pilotprojekt zu erneuerbarer Energie
Uganda befindet sich seit Anfang 2005 in einer veritablen Energiekrise. Obwohl das Land über ein großes Potential an Wasserkraftressourcen verfügt und auch zwei große Laufkraftwerke am Ursprung des Nil am Viktoriasee betreibt, sorgen erhöhter Stromverbrauch, Leitungsverluste sowie Wasserspiegelschwankungen für große Engpässe. Um die Stromkrise in einem erträglichen Ausmaß zu halten, wurden kalorische Kraftwerke installiert, die Ugandas Strompreis zu einem der höchsten der Welt machten. Auch das im Bau befindliche dritte Großwasserkraftwerk wird mit Inbetriebnahme die momentane Krise nur bedingt erleichtern.

Effiziente Energienutzung
Vor diesem Hintergrund kommt der Gewinnung erneuerbarer Energie, aber auch Einsparungsmaßnahmen zentrale Bedeutung zu. Das Forschungszentrum CREEC (Centre for Research in Energy and Energy Conservation) an der Makerere Universität in Kampala widmet sich demnach auch vor allem der effizienten Energienutzung und der Erschließung erneuerbarer Energie, sowie allgemein der Stromversorgung in ländlichen Gebieten.
Alwin Bubendorfer
Alwin Bubendorfer unterstützte CREEC im Rahmen seines zweijährigen Einsatzes für HORIZONT3000 sowohl in seiner Funktion als Consultant als auch in der praktischen Projektumsetzung und als Vortragender an der Makerere Universität. Der aus St. Johann im Pongau stammende gelernte Tischler, studierte Betriebswirtschaft und Umweltsystemwissenschaft und engagierte sich bereits vor seinem Afrikaeinsatz in der Forschung zu erneuerbaren Energien.

Solarstrom für mobile Laternen
Eines der Projekte, die von Bubendorfer betreut wurden, betraf das Pilotprojekt zu solar betriebenen Ladestationen für mobile battariebetriebene Laternen und Mobiltelefone im ländlichen Raum. „Die meisten Haushalte am Land können sich weder die Verkabelung, noch Anschlussgebühren oder Stromkosten leisten. Zudem leben viele Menschen abseits des Stromnetzes, oft sehr zersiedelt, und für sie sind unabhängige und vor allem erneuerbare Stromquellen ideal,“ erklärt Bubendorfer.

Wanted: Location für Ladestation
Aber bevor die solaren Ladestationen installiert werden konnten, war noch einiges an Aufklärungsarbeit zu leisten. „Alternativen zu Kerzen und Petroleum betriebenen Laternen, als auch zur herkömmlichen Stromversorgung sind so gut wie unbekannt. Wir verbrachten einige Zeit damit, den Menschen die Funktionsweise der Laternen zu demonstrieren und so die Solarenergie ein bisschen bekannter zu machen.“
Auch die Suche nach einer geeigneten Location für die Ladestation erwies sich als aufwändiger als gedacht, es gab eine Reihe von Bedingungen, die erfüllt sein sollten – ein zentral erreichbares Gebäude, in dem die Ladestation sicher untergebracht werden konnte und vor Beschädigung geschützt war, zudem war eine verlässliche Person zur Betreuung der Anlage von Nöten.
Finanzierung durch Mikrokredite
„Die Finanzierung erfolgte durch die Vergabe von Mikrokrediten. Die Betreiber der Ladestation leisteten eine kleine Anzahlung und konnten binnen eines Jahres die 80% der Anschaffungskosten für Station und Laternen in einen Fond zurückzahlen – Projektbetreuung und die verbleibenden 20% wurden dazugesponsert. Aus diesem wurden dann weitere Ladestationen finanziert,“ berichtet Bubendorfer.
Die Wahl fiel schließlich auf das Fischerdorf Busabala, das rund 10 km von Kampala entfernt am Viktoriasee liegt. Zum Einsatz kamen die Laternen in erster Linie in privaten Haushalten oder in gemeinnützigen Einrichtungen wie der dörflichen Gesundheitsstation. Die Ladevorrichtungen wurden auch zum Aufladen von Mobiltelefonen benutzt.

Solarstrom hat Zukunft
Die Stationen sind bei Betreibern kleiner Läden untergebracht, welche sowohl die unternehmerischen Qualitäten, die nötige Anwesenheit als auch die Motivation zeigen an dem Projekt teilzunehmen und eine Vorauszahung zu leisten. Kunden, die ihre Mobiltelephone laden müssen dies nicht mehr in dem übernächsten Ort tun. Zwei Energiesparlampen ermöglichen dem Ladenbesitzer mehr Einkommen. Eine Laterne wird in einer kleinen Health Unit verwendet und die übrigen befinden sich bei privaten Familien, die sie meist für das Studium ihrer Kinder und für abendliche Tätigkeiten benutzen.
„Solarstrom hat durchaus Zukunft in Uganda,“ bestätigt Bubendorfer, „auch die von uns eingeführten Solarlaternen erwiesen gute Dienste – doch gab es einige Probleme mit den Battarien. Um diese Technologie weiter voranzutreiben, ist neben einer laufenden Betreuung und guter Qualität der Installation allerdings auch einiges an Bewusstseinsarbeit notwendig.“
Info: gabriela.grosinger@horizont3000.at
Fotos: Johannes Schmidhofer
News

Ausgeschriebene Stellen
Papua-Neuguinea, TischlerIn/ZimmererIn für St. Josephs College Mabiri
Konzert & Jam Session am 17.9.

Anlässlich des UN-Review Summit zu den Millenniumsentwicklungszielen und im Rahmen der weltweiten „Standup“ Kampagne der Vereinten Nationen (17.9.-19.9.) lädt der Dachverband Globale Verantwortung zu
Konzert & Jam Session mit Sambattac und Oficina Art Vienna
Freitag, 17. September 2010, um 17 Uhr beim Platz vor dem MQ (Ecke Mariahilferstraße).
Die Veranstaltung findet nur bei trockener Witterung statt.
African Press Day 2010
23. - 24.9.2010
Radio Afrika TV nimmt die Fußball WM zum Anlass, die österreichische Medienpolitik Afrika bzw. AfrikanerInnen betreffend zu analysieren. Ziel ist es, dass sich besonders die Medienentscheidungsträger sowie die öffentliche Meinung in Österreich, mit Ereignissen und Entwicklungen in Afrika sowie mit der Lage der AfrikanerInnen in ihrer Heimat oder in Gastländern, und auch mit der medialen Berichterstattung darüber, auseinandersetzen.
Teilnahmegebühr: 100 Euro (StudentInnen ermäßigt)
Anmeldung unter: office@radioafrika.net
Anmeldeschluss: 05.09.2010
Details und Anmeldung unter: http://www.radioafrika.net/2010/08/10/african-press-day-afrikas-dimension-in-der-westlichen-medienlandschaft/
Oikocredit MultiplikatorInnen-Workshops
3.9.2010 in Wien und 24.9.2010 in Graz
Oikocredit bietet in Österreich eine Möglichkeit, Geld sozial nachhaltig zu veranlagen und Mikrokredit-Projekte in 70 Ländern weltweit zu fördern. Bei den MultiplikatorInnen-Workshops erhalten Sie detaillierte Informationen über Oikocredit, können einzelne Fragen diskutieren und es wird gemeinsam überlegt, wie wir den Bekanntheitsgrad dieser Initiative in Österreich steigern können.
Nähere Informationen und Anmeldung unter http://www.oikocredit.org/site/at/
Menschen im Einsatz
Michaela Faulhammer
Das Team von NGO PRO unterstützt NGOs und CBOs aus dem Feld der Enwicklung von Zivilgesellschaft in Papua Neuguinea bei deren Maßnahmen zu den Themen Capacity ...
Michaela Faulhammer studierte Soziologie und Public Relations an der Uni Wien. Danach war sie einige Jahre lang als Managementberaterin, Coach und Mediatorin ... mehr
Einsatzland: Papua-Neuguinea
Projekt: Beraterin NGO Promotion, Madang
In Papua Neuguinea ist die Leistung des öffentlichen Sektors gering und erreicht außerdem die ländliche Bevölkerung schwer. Zivilgesellschaftliche ...
