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AIDS-Prävention Mangunde

ESMABAMA, das Partnerprojekt von HORIZONT3000 wird von der Diözese Beira geleitet, die sich unter anderem der Gesundheitsversorgung der südlichen Provinz Sofala annimmt. Der Bezirk Chibabava zählt mit einer geschätzten HIV-Rate von 26% zu den am stärksten betroffenen Regionen Mosambiks. Die beiden Tiroler arbeiteten in der Missionsstation Mangunde, 300 km landeinwärts von Beira entfernt im dortigen Gesundheitszentrum.


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Was war eure Motivation für diesen zweijährigen Aufenthalt in einer der ärmsten Gegenden der Welt?

Meinhard K.: Ich habe mich bereits während des Studiums sehr für den tropenmedizinischen Bereich interessiert und auch vor unserem Einsatz in Mosambik in Afrika gearbeitet.

Angelika F.: Wir wollten unseren langjährigen Traum, in Afrika zu arbeiten, wahr machen: einmal was anderes tun, direkter, mit einfachen Mitteln und vor allem mit weniger Bürokratie mit Menschen, die vom Schicksal härter betroffen sind, zu arbeiten.


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Gab es außer euch noch andere Ärzte in der Gesundheitsstation?

Meinhard K.: Wir waren die einzigen Ärzte im Gesundheitszentrum der Missionsstation, es gab dort jedoch auch medizinisch geschultes Personal, das am ehesten mit speziell ausgebildeten Krankenpflegern bei uns zu vergleichen ist – so genannte Medizintechniker.

Angelika F.: Die übernehmen dort auch Aufgaben, die in Österreich den Ärzten vorbehalten sind, aufgrund des Mangels an ausgebildeten Medizinern in Mosambik ist das durchaus notwendig. Diese Medizintechniker diagnostizieren und therapieren die gängigen Krankheiten, wie z.B. Infektionskrankheiten oder Unterernährung.

Meinhard K.: Neben HIV und seinen Folgekrankheiten gibt es auch noch jede Menge andere Erkrankungen wie Malaria, ... oder auch Verletzungen aufgrund von Unfällen, etwa durch Krokodilbisse, die durchaus häufig waren.


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Wie kommt es zu diesen Verletzungen durch Krokodile?

Angelika F.: Der Rio Buzi ist die zentrale Wasserquelle dort. Die Leute sind ja sehr arm, leben mehr schlecht als recht von den Erträgen ihrer kleinbäuerlichen Subsistenzwirtschaften, es gibt so gut wie keine Infrastruktur. Manche Menschen, die zu uns in die Krankenstation wollten, mussten den Fluss durchwaten, es gibt keine Brücke. Die Einheimischen dort leben vom Fluss, sie entnehmen das Trinkwasser, waschen ihre Wäsche und baden auch darin.

Meinhard K.: Und die Krokodile machen sich das zunutze, liegen auf der Lauer und erwischen immer wieder einmal einen Menschen, oft auch Kinder, das ist wirklich schlimm. Schüler kommen in Gruppen zur morgendlichen Wäsche am Fluss und vertreiben erst einmal die Krokodile mit Steinen, bevor sie sich ins Wasser wagen.


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Wie gestaltete sich eure Arbeit mit den Menschen dort, hattet ihr Schwierigkeiten mit der Sprache?

Meinhard K.: Wir arbeiteten viel mit Activistas zusammen, die uns als Übersetzerinnen von der Lokalsprache Ndao ins Portugiesische und umgekehrt, zur Seite standen. Die meisten von ihnen sind selbst in Behandlung mit anti-retroviralen Medikamenten. Dadurch können sie viel aus ihrer eigenen Erfahrung mit der Krankheit und den Schwierigkeiten einbringen.

Angelika F.: Unser Alltagsportugiesisch war zwar schon bald recht gut, aber die meisten Einheimischen sprechen dort nicht portugiesisch, sondern nur Ndao, eine dem Shona verwandte Sprache. Somit waren wir auf die DolmetscherInnen angewiesen. Da gab es so manche Interpretationsprobleme, die Leute dort drücken sich ja sehr bildhaft aus. So beschrieb ein Patient beispielsweise seine Beschwerden folgendermaßen: Eine Schlange kriecht von meiner Schulter zur Hüfte. Nach längerem Hin- und Her fanden wir schließlich heraus, dass damit Bauchschmerzen gemeint sind.


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War eure Arbeit in der Aids-Behandlung erfolgreich?

Angelika F.: Ja, sehr! Auch, wenn die Krankheit bereits ausgebrochen ist, haben wir wirklich sehr gute Erfolge erzielt. Voraussetzung ist allerdings die regelmäßige Einnahme der Medikamente – ein Leben lang.

Meinhard K.: Da kommen dann wieder die Activistas zum Einsatz. Wer bei der monatlichen Medikamentenausgabe oder dem geplanten Arzttermin fehlt, wird zu Hause abgeholt. Darüber hinaus machen sie immer wieder auch Hausbesuche, um zu schauen, ob die Medikamente auch wirklich genommen werden.


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Diese Erfolge haben sich doch sicherlich herumgesprochen?

Angelika F.: Nachdem es die Runde machte, dass die Behandlung in den meisten Fällen wirklich half, kamen immer mehr. Man konnte ja auch richtig zusehen, wie die Menschen wieder Gewicht zulegten, sich von Monat zu Monat mehr und mehr erholten.

Meinhard K.: Wichtig war dabei aber auch die Ernährung. Die Krankenstation stellte zusätzlich auch noch Lebensmittel zur Verfügung - das hat sich natürlich auch herumgesprochen, manche kamen einfach, weil sie wussten, da gibt es etwas zu essen. Als sie sich dann gleich testen ließen, stellte sich oft heraus, dass sie HIV-positiv waren und sie wurden ins Programm mit aufgenommen.


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Es gab ja auch ein eigenes Programm für Schwangere, die HIV-positiv sind.

Angelika F.: Das Risiko der Ansteckung durch eine HIV-positive Mutter liegt bei 30%, durch eine medikamentöse Behandlung ab der 25. Schwangerschaftswoche kann es auf quasi Null gesenkt werden. Während unserer Zeit in Mangunde sind 50 Kinder von HIV-positiven Müttern in Therapie auf die Welt gekommen – alle HIV-negativ.

Meinhard K.: An sich sollten ja HIV-positive Frauen überhaupt nicht mehr schwanger werden, das Risiko ohne Behandlung ist einfach zu groß. Aber in Mosambik steht und fällt der gesellschaftliche Wert einer Frau mit der Anzahl der Kinder, die sie hat, das ist gesellschaftlich einfach zu tief verankert.


Ihr habt ja auch recht unkonventionelle Wege zur Aids-Prävention beschritten, es gibt da einen Song...

Meinhard K.: In der Missionsschule habe ich gemeinsam mit vier Schülern ein Lied aufgenommen, einen Reggae – Text und Melodie sowie die Trommel stammen von den Jugendlichen. Die restlichen Instrumente und das Arrangement von mir. Der Text handelt davon, sich rechtzeitig HIV testen zu lassen und sich gegebenenfalls in der Tagesklinik einer Therapie zu unterziehen - und natürlich, vorbeugend Kondome zu verwenden.

Info: andrea.heiden@horizont3000.at

Fotos: Meinhard Knitel


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Konzert & Jam Session am 17.9.

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Konzert & Jam Session mit Sambattac und Oficina Art Vienna

Freitag, 17. September 2010, um 17 Uhr beim Platz vor dem MQ (Ecke Mariahilferstraße).
Die Veranstaltung findet nur bei trockener Witterung statt.


African Press Day 23.-24.9.2010

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Radio Afrika TV nimmt die Fußball WM zum Anlass, die österreichische Medienpolitik Afrika bzw. AfrikanerInnen betreffend zu analysieren. Ziel ist es, dass sich besonders die Medienentscheidungsträger sowie die öffentliche Meinung in Österreich, mit Ereignissen und Entwicklungen in Afrika sowie mit der Lage der AfrikanerInnen in ihrer Heimat oder in Gastländern, und auch mit der medialen Berichterstattung darüber, auseinandersetzen.

Teilnahmegebühr: 25 Euro (StudentInnen ermäßigt)
Anmeldung unter: office@radioafrika.net
Anmeldeschluss: 14.09.2010

Details und Anmeldung unter: http://www.radioafrika.net/2010/08/10/african-press-day-afrikas-dimension-in-der-westlichen-medienlandschaft/


Oikocredit MultiplikatorInnen-Workshops

3.9.2010 in Wien und 24.9.2010 in Graz

Oikocredit bietet in Österreich eine Möglichkeit, Geld sozial nachhaltig zu veranlagen und Mikrokredit-Projekte in 70 Ländern weltweit zu fördern. Bei den MultiplikatorInnen-Workshops erhalten Sie detaillierte Informationen über Oikocredit, können einzelne Fragen diskutieren und es wird gemeinsam überlegt, wie wir den Bekanntheitsgrad dieser Initiative in Österreich steigern können.

Nähere Informationen und Anmeldung unter http://www.oikocredit.org/site/at/


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