Solarbetriebene Früchtetrocknung - Africa 2000 Network
Africa 2000 Network (A2N) in Uganda, eine seit 18 Jahren bestehende lokale NGO, unterstützt kleinbäuerliche Familien bei deren Existenzsicherung. Nachhaltige Landwirtschaftsmethoden und der schonende Umgang mit gegebenen Ressourcen stehen dabei im Vordergrund. Cathrine Glöckl, ehemalige Beraterin bei McKinsey, betreute für HORIZONT3000 das Projekt einer solarbetriebenen Früchtetrocknungsanlage von Anbeginn an.

A wie Ausschreibung....
„Die Idee, eine solarbetriebene Anlage zur Trocknung von Früchten zu bauen, existierte bereits, als ich hier ankam. Aber darüber hinaus war noch nicht viel geschehen“, erzählt Cathrine Glöckl. Und so machte sich die studierte Betriebswirtin und erfahrene Unternehmensberaterin an die Arbeit:
Gründung eines eigenen Geschäftsbereiches, Registrierung des Unternehmens bei der Behörde, Businessplan, Baupläne zeichnen lassen, Ausschreibungen beauftragen.... Zusätzlich übernahm sie auch die Schulung der MitarbeiterInnen, bot Unterstützung in den Bereichen Marketing und Organisationsentwicklung an und half bei der Suche nach Abnehmern und Exporteuren für die getrockneten Früchte.

...bis Z wie Zuckergehalt
Bis die Anlage dann allerdings fix und fertig einsatzbereit vor ihr stand, waren noch einige Hürden zu überwinden. Es kam immer wieder zu Verzögerungen, die Verhandlungen über gestiegene Preise von Baumaterialien gestalteten sich äußerst zäh, ebenso die Lieferung und Installation der Trockner selbst. Im Sinne der Nachhaltigkeit wurden in erster Linie lokale Materialien und Baustoffe verwendet und auch einheimische Techniker engagiert.
„Damit waren wir natürlich auch von deren Verfügbarkeit abhängig, das ging nicht immer reibungslos“, erinnert sich Glöckl.

Fine-Tuning für den Wohlgeschmack
Umso größer war die Freude, als endlich die ersten Trockenfrüchte verkostet werden konnten. „Die Produkte der ersten Probedurchläufe waren noch nicht wirklich schmackhaft. Es war also auch noch einiges an Fine-tuning notwendig“, lacht Glöckl. Erreicht wurde dieses mit Hilfe eines gezielten Qualtitätsmanagements und mit der Erarbeitung eines genau festgehaltenen Prozessablaufs für die Verarbeitung der Früchte.

Zusammenarbeit ist Vertrauenssache
„Die langjährige Zusammenarbeit von A2N-Uganda mit den Bauern der Region war eine grundlegende Voraussetzung für die zuverlässigen Lieferungen der Bauern. Sich auf Verträge zu berufen, fruchtet in einem Land mit geringer Rechtssicherheit wenig.“ Die Kommunikation mit den lokalen Farmern lief über ihre KollegInnen von A2N-Uganda, die die Bauern bereits bei der Bildung von Farmergruppen unterstützt hatten.

Nachhaltigkeit garantiert
Die Menschen in der Region leben von Subsistenzwirtschaft, gepflanzt werden meist Cassava – eine Art Maniok - und Mais, der jedoch den Boden stark strapaziert. Für die Trockenanlage werden nun Früchte angebaut, die gänzlich ohne künstlichen Dünger und Pestizide auskommen, eine Bio-Zertifizierung ist ebenfalls angestrebt. Die Bauern profitieren von fairen Preisen und einem zuverlässigen Abnehmer.

Beteiligung der Bauernfamilien
Langfristig ist geplant, die Kleinbauernfamilien auch am Unternehmen zu beteiligen. Glöckl dazu: „Es war jedoch wichtig, dass Africa 2000 Network – Uganda erst einmal die nötige Infrastruktur und den Rahmen lieferte. Die Analphabetenrate ist sehr hoch, für die Bauern ist es schwierig, sich selbst zu organisieren und einen anspruchsvollen Exportmarkt zu bedienen, das braucht seine Zeit.“ Mit der Einstellung eines lokalen Managers ist bereits ein Schritt in diese Richtung getan.
Info: gabriela.grosinger@horizont3000.at
Fotos: Glöckl
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