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Borrow a TA


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Ein wirksames Instrument von HORIZONT3000 ist Borrow-a-TA (TA steht für Technical Advisor, also das, was wir auf Deutsch ProjektmitarbeiterInnen nennen). Das heißt: Wenn es sinnvoll ist, dass HORIZONT3000-KollegInnen, die in anderen Organisationen arbeiten, etwas zu meinem Projekt beitragen können, so kann ich diese für einen Workshop „ausborgen“. Konkret hat mich meine Kollegin Elisabeth Unterberger gebeten, in ihrem Projekt im Kawempe Homecare Center (KHC) einen Workshop für Physiotherapie zu machen.


Aus der Serie BORROW A TA: Martina Marschal bei Elisabeth Unterberger


Das Kawempe Homecare Center ist ein Zentrum für HIV/Aids-Kranke in Kampala, der Hauptstadt Ugandas. Die betroffenen Menschen können in diese Tagesklinik kommen und erhalten medizinische Versorgung. Viele schaffen es aber nicht, hierher zu kommen, und benötigen Hilfe zu Hause. Für diese Fälle gibt es freiwillige Community Health Worker. Die CHW sind selbst an HIV/Aids erkrankt, kümmern sich aber um die noch Schwächeren bzw. um Patienten im Endstadium in ihrer Umgebung.

Mein Workshop vermittelte den Freiwilligen ein grundlegendes medizinisches Wissen und gezielte Therapiemöglichkeiten. Gemeinsam haben wir Themen wie Muskelkräftigung, passives Durchbewegen, Muskelaktivierung und Koordination erarbeitet. Bei fünf Patienten habe ich konkrete Behandlungen durchgeführt um so viel wie möglich praxisnah zu vermitteln.

Außerdem beschäftigten wir uns mit der Anpassung von Hilfsmitteln, dem ökonomischen Patiententransfer und atemerleichternden Lagerungen. Da die ca. 20 freiwiillgen Community Health Worker, die in meinem Workshop waren, selbst infiziert sind, stellten sie auch viele Fragen zu ihren eigenen Symptomen. Das Interesse am physiotherapeutischen Selbstmanagement war sehr groß und auch ich war sehr beeindruckt von den vielen Erfahrungsberichten.

Ich war das erste Mal hautnah in einer Community von HIV/Aids-Kranken und habe in diesen Tagen immens viel über die Bandbreite dieser Erkrankung und den individuellen Problemen infizierter Menschen gelernt. Am Ende steht – wie so oft – meine Bewunderung über die positive Lebenseinstellung der Menschen hier und wie sie es schaffen das Leben trotz aller Hürden zu meistern. Und immer wieder stelle ich fest, dass der ansteckendste Virus in Afrika die Lebensfreude ist.

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