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Neu im Einsatz: Martin Schachner (Ecuador)


Kategorien Allgemein, personalia

Wie bist du auf H3 gestoßen?

Martin: Ich habe den Österreichischen Entwicklungsdienst bzw. HORIZONT3000 bereits während meines Studiums an der Universität für Bodenkultur in Wien kennengelernt und absolvierte vor meinem 14-monatigen Auslandszivildiensteinsatz im Jahr 2001 mit JUGEND EINE WELT ein entwicklungspolitisches Einführungsseminar bei HORIZONT3000.

Warum hast du dich für einen Personaleinsatz entschieden?

Martin: Ich war bereits Fachkraft beim Deutschen Entwicklungsdienst, bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit und bei Brot für die Welt. Nun freut es mich, als Österreicher, in Kooperation mit JUGEND EINE WELT endlich einmal mit der österreichischen Entsendeorganisation HORIZONT3000 auf Einsatz gehen zu können.

Wie hat dein Umfeld reagiert?

Martin: Die Arbeit in der Internationalen Zusammenarbeit ist für mich schon so etwas wie Routine. Durch die Entwicklungen der letzten zwei Jahre mit der Corona-Pandemie und nun dem Krieg in der Ukraine gibt es natürlich auch gewisse Sorgen, vor allem in Zusammenhang mit der ungewissen Planungssituation und der verschärften Sicherheitslage in vielen Ländern.

Welche Erwartungen hast du?

Martin: Ich hoffe, dass wir gemeinsam mit den indigenen Amazonasvölkern ein funktionierendes Tropenwald- und Klimaschutzprojekt entwickeln und umsetzen können, das einerseits zu negativen CO2-Emissionen und andererseits zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung  beitragen kann.

Wie lief die Einsatzvorbereitung?

Martin: Der Vorbereitungskurs von HORIZONT3000 ist sehr intensiv und sehr interessant. Es gibt informative Inputs von Seiten des Teams der Zentrale und ausreichenden Raum für einen Erfahrungsaustausch mit den anderen Teilnehmer:innen. Ich fühlte mich in der Gruppe sehr wohl und die anregenden Gespräche waren sehr gut für die Selbstreflexion.

Wie geht es dir derzeit?

Da ich bereits mehrere Jahre in Ecuador gearbeitet habe, kann ich schon ganz gut einschätzen, was auf mich im Partnerland zukommen wird. Bezüglich der Klimaschutzinitiative stehen mir noch einige Netzwerktreffen und andere Vorbereitungen in Österreich bevor. Nach der Ausreise hoffe ich, dass der Projektstart in Ecuador gut gelingt.

Zur Person

Martin Schachner ist Agrarökonom und arbeitet seit fast 20 Jahren in der Internationalen Entwicklungszusammenarbeit im Themenfeld Ländliche Entwicklung und Schutz der natürlichen Ressourcen. Einen Großteil davon verbrachte er in Ecuador, wo er sowohl in den Anden als auch im Amazonas- und Pazifiktiefland mit indigenen Völkern und Kleinbäuer:innenorganisationen arbeitete. Zuletzt war Martin bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit in Bonn als Berater für nachhaltige Landwirtschaft tätig.

Ziel des Personaleinsatzes

Das Projekt zielt auf die Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen von 380 Familien der indigenen Ethnie der Siekopai in der Provinz Sucumbios im ecuadorianischen Amazonastiefland. Die Familien leben unter der Armutsgrenze und leiden unter den negativen Auswirkungen der Erdölförderung, des Bergbaus und der Abholzung der Wälder. Ein intakter Regenwald stellt aber die Voraussetzung für den Erhalt der Kultur und des natürlichen Lebensraumes der Siekopai dar. Von den staatlichen Stellen und den lokalen Gebietskörperschaften gibt es kaum Unterstützung. Aus diesem Grund hat Jugend Eine Welt gemeinsam mit dem Fondo Ecuatoriano Populorum Progressio dieses Projekt entwickelt, um die Siekopai-Kultur und den Lebensraum des Amazonas-Regenwaldes für die Zukunft zu erhalten. Es ist geplant, alternative Einnahmequellen durch Waldschutz- und Aufforstungsmaßnahmen und die Teilnahme am CO2-Emissionszertifikatehandel zu erzielen.

Partnerorganisation

Der Fondo Ecuatoriano Populorum Progresso (FEPP) ist eine private Stiftung mit sozialer, gemeinnütziger und ökumenischer Ausrichtung. Er entstand 1970 aus der gemeinsamen Absicht einer Gruppe von Laien, Priestern und Bischöfen einen gemeinsamen Fonds für die Hilfe für die Entrechteten und Ausgegrenzten im Hinblick auf eine solidarische Entwicklung der Menschheit zu schaffen. Der FEPP steht im Dienst von Männern und Frauen vor allem im ländlichen Raum, Indigenen, Afro-Ecuadorianern, Montubios, Mestizen, marginalen Stadtbewohnern, Armen, vorzugsweise von organisierten Gruppen. Der FEPP unterstützt deren Bemühungen, ihre Ziele in Bezug auf Organisation, Bildung, Zugang zu finanziellen Ressourcen, Arbeitsquellen und Produktionsmitteln, Verarbeitung und Vermarktung, Umweltschutz, Geschlechtergerechtigkeit, politische Interessenvertretung und Wohlbefinden zu erreichen; und trägt dazu bei, Hoffnung, Gerechtigkeit, Frieden und humanere Lebensbedingungen zu schaffen.

Dieser Personaleinsatz wird im Auftrag von JUGEND EINE WELT durchgeführt.

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