HORIZONT3000 Newsletter November 2009
CREEC ist ein Projekt in Uganda, das sich auf erneuerbare Energien spezialisiert hat, Josua Burkart, der bei CREEC als Berater tätig war, gibt einen Einblick in seien Arbeit.
Roberta Rastl-Kircher unterstützt lokale Frauengruppen, die in Gemeinschaft Lebensmittel und Kunsthandwerk produzieren und auch vermarkten. Wir berichten über diese Initiative unserer Partnerorganisation MOC in Brasilien.
Und Heiko Hansen, Rückkehrer aus Mosambik, schildert die Herausforderungen, die nationale NGOs vollbringen müssen, um den Finanzierungskriterien internationaler Geldgeber gerecht zu werden.
Vom 3. bis 11. Dezember findet in Wien das Menschenrechtsfestival 'This Human World' statt. Schnellentschlossene können 3x2 Karten gewinnen.
Viel Spaß beim Lesen und Schmökern,
das Redaktionsteam von HORIZONT3000
Weitere Informationen zu Projekten und MitarbeiterInnen auf www.horizont3000.at.
Inhalt:
Projekt: Erneuerbare Energie für Uganda
Projekt: Gemeinsam stark – Frauennetzwerke im Nordosten Brasilien
Aktuelles: Termine, Tipps...
Aktuelles: in Kürze...
RückkehrerInnen: Spagat in Mosambik
Haus & Hof: Menschen im Einsatz
Erneuerbare Energie für Uganda

Josua Burkart ist seit rund einem Jahr im Projekt CREEC in Uganda tätig. Dieser Personaleinsatz wird zu zwei Drittel von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit OEZA finanziert. HORIZONT3000 hat den Unternehmensberater interviewt.

Josua, du bist seit Anfang des Jahres für HORIZONT3000 in Uganda im Projekt CREEC tätig, worum geht es da?
CREEC steht für Research in Energy and Energy Conservation. Dieses Institut, das zur Makerere Universität in Kampala gehört, hat sich auf erneuerbare Energieproduktion spezialisiert und betreibt in diesem Bereich Forschung, Beratung und Trainings. Uganda kämpft ja seit Jahren mit einer tief greifenden Energiekrise. Weit über 90 Prozent der Bevölkerung haben keinen Zugang zu Elektrizität. Nachdem die beiden bestehenden Wasserkraftwerke am Nil bei weitem nicht ausreichen, um die explodierende Energienachfrage abzudecken, wird auf erneuerbare Energie gesetzt.

Was ist nun deine Aufgabe in dem Projekt, welche Expertise bringst du ein?
Die Finanzierung der Projekte ist soweit gesichert, es gibt sowohl nationale als auch internationale Geldgeber. Auch das technische Know-How ist vorhanden. Die aktuelle Herausforderung liegt nun bei der Optimierung der internen Strukturen und Abläufe. Als Management Advisor unterstütze und berate ich die MitarbeiterInnen von CREEC bei diesem Prozess.
Vor deinem Einsatz warst du ja mehrere Jahre als Unternehmensberater in der Schweiz tätig...
Ja - ich arbeitete drei Jahre in Zürich – anstelle von Großbanken und
Industriekonzernen berate ich nun ein ungandisches Forschungsinstitut.
Es ist sehr befriedigend, zu sehen, wie ich mit Anregungen zu
Arbeitsmethoden und Management-Know-How zu einer professionelleren
Umsetzung der Projekte beitragen kann.

Gibt’s da wesentliche Unterschiede in deinem Arbeitsalltag in Uganda, verglichen mit dem in Europa?
Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg meiner Beratung ist immer die Einbeziehung der MitarbeiterInnen, man muss es schaffen, aus Betroffenen Beteiligte zu machen, die die erarbeiteten Maßnahmen auch mittragen. Im Vergleich zu Europa habe ich hier in Uganda mehr Zeit zur Verfügung, um gemeinsam mit dem Team von CREEC Ideen zu entwickeln, verschiedene Varianten zu diskutieren und die unterschiedlichen Lösungen auch zu testen. Die Zusammenarbeit braucht aber auch mehr Geduld, da die benötigten Informationen in Uganda in der Regel nicht so einfach abrufbar sind. Und Fristen und Abgabetermine werden hier auch etwas flexibler interpretiert als in Europa.

Gibt’s schon Erfolgserlebnisse?
Ja, viele sogar – demnächst wird der Strategieprozess abgeschlossen sein, der eine klarere inhaltliche Ausrichtung von CREEC zur Folge hat. Durch das verbesserte Projektmanagement und ein modernes Buchhaltungssystem gibt es mehr Transparenz, wir können frühzeitig erkennen, wenn und weshalb in einem Projekt Schwierigkeiten auftreten und auch entsprechende Maßnahmen setzen. Darüber hinaus ist es uns gelungen, Forschungs-, Beratungs- und Umsetzungsprojekte in der Größenordnung von einer Million US-Dollar zu akquirieren. Mit diesen Projekten in der Pipeline haben wir die besten Möglichkeiten, mehr qualifiziertes Personal zu engagieren und viel mehr Studierende auszubilden als bisher.

Holzofen zur Wassererwärmung
CREEC ist ja im Bereich erneuerbarer Energien tätig, welche Arten kommen in Uganda denn zum Einsatz?
Je nach Anwendung, gibt es da unterschiedliche Varianten. Solarenergie ist geeignet, um Elektrizität zu produzieren und Wasser zu heizen. Mit den Abfällen eines großen Schlachthauses wird im Norden Ugandas in Zukunft Biogas produziert, das wiederum zum Kochen und zur Elektrizitätsproduktion verwendet werden kann. Mit diesem Projekt lindern wir nicht nur den akuten Energieengpass, sondern lösen auch das Abfallproblem des Schlachthauses. Denn die Schlachtabfälle verunreinigen heute das Trinkwasser der Stadt.

Erneuerbare Energien sind ja nicht nur in Uganda relevant, wie sieht es da in anderen Regionen aus?
Es gibt da die Überlegung zu einem kontinentübergreifenden Technologietransfer unserer Projekte – insbesondere im Bereich Biotreibstoff. Im August leitete ich eine ugandische Delegation, bestehend aus Ministeriumsmitarbeitenden und Professoren, nach Lateinamerika. Uganda und Brasilien streben eine Süd-Süd-Kooperation an, derzeit wird auch die Gründung eines Biotreibstoff-Institutes an der Makerere Universität angedacht.
Klingt spannend – in weiterer Folge wird sich da aber dein Nachfolger oder deine Nachfolgerin damit beschäftigen...
Das ist richtig, ab Anfang Dezember übernehme ich die Leitung des HORIZONT3000 Regionalbüros in Kampala und somit endet mein Einsatz bei CREEC. Aber die Konstanz der Arbeit ist sichergestellt – die Stelle wird umgehend nachbesetzt.
Danke für das Gespräch und alles Gute im neuen Job!
Info zum Projekt: gabriela.grosinger@horizont3000.at
Gemeinsam stark – Frauennetzwerke im Nordosten Brasilien

Kommunikationsberaterin Roberta Rastl-Kircher berichtet über ihren Einsatz.
Das Landesinnere des brasilianischen Nordostens ist von Trockenheit geprägt. Dazu kommen ungleiche Landverteilung, fehlende Zugänge zu Absatzmärkten, mangelndes Umweltbewusstsein und somit geringe Einkommen - Faktoren, die die Region als sozioökonomisches Schlusslicht Brasiliens aufscheinen lassen. Die Partnerorganisation von HORIZONT3000 - MOC (Movimento de Organização Communitária) - unterstützt die regionale ländliche Bevölkerung in der Bewältigung der oben genannten Schwierigkeiten.
Roberta Rastl-Kircher ist seit Sommer 2008 für MOC als Kommunikations- und Marketingberaterin für kleinbäuerliche Projekte tätig und berichtet über die Herausforderungen und Erfolge der Frauen der Region. Ihr Einsatz wird maßgeblich aus Mitteln der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit OEZA finanziert.

Frauen ohne eigenes Einkommen
„Frauen hatten bislang in dieser Gegend wenig bis gar keine Möglichkeit, ihr Einkommen selbst zu erwirtschaften. Jobs sind rar – die spärlichen Tagelöhnerarbeiten sind in erster Linie Männern vorbehalten“, erzählt die aus dem Salzkammergut stammende Mutter zweier Kinder, Roberta Rastl-Kircher. Während die Männer also Gelegenheitsarbeit verrichten, etwa als Be- oder Entlader von LKWs oder als Hilfsarbeiter auf Baustellen, sind es die Frauen und Töchter, die in Haus und Garten für das tägliche Auskommen der ganzen Familie zu sorgen haben. Erschwerend hinzu kommt, dass Wasser in manchen Gegenden in der Trockenzeit noch immer mit dem Esel kilometerweit entfernt geholt werden muss.

Fehlende Ausbildung, frühe Mutterschaft
„Die Frauen hier heiraten früh, sind bei der Hochzeit meist noch keine 17 Jahre alt. Viele kriegen auch schon mit 13 oder 14 Jahren ihr erstes Kind, heiraten dann später – meist Männer, die ebenfalls keinen Schulabschluss haben und ihr Auskommen auf dem informellen Arbeitsmarkt finden – sie fahren Mopedtaxis oder verkaufen raubkopierte DVDs und CDs in den näher gelegenen Städten“, schildert Roberta Rastl-Kircher die Situation der Frauen und fügt hinzu: „Viele Männer sperren ihre Frauen ein, lassen sie nicht aus dem Haus.“

Organisation in Frauennetzwerken
Um diesen Umständen entgegenzuwirken, organisierten sich vor rund zehn Jahren die sogenannten ‚solidarökonomischen Produktivgruppen’ – lokale Frauengruppen, die in Gemeinschaft Lebensmittel und Kunsthandwerk produzieren und vermarkten. In den meisten Fällen verarbeiten die Frauen ihre Ackerfrüchte und wild wachsende Obstsorten zu einfachen, regionalen Süßspeisen.
Die Vermarktung dieser Produkte beschränkt sich derzeit noch auf lokale Märkte, die nicht regelmäßig und oft nur alle paar Monate stattfinden. Manche Gruppen haben es bereits geschafft, einen eigenen, sehr kleinen Absatzmarkt zu schaffen, indem sie z.B. das von ihnen produzierte Fruchtmark zur Saftproduktion an regionale Gasthäuser verkaufen.

Zugang zu wesentlichen Ressourcen
„Auch wenn der Markt noch recht klein ist, für die Frauen bedeutet das Zugang zu wesentlichen Ressourcen: Geld, Bildung und Gesundheitsvorsorge für sich und ihre Familien“, ist Roberta Rastl-Kircher überzeugt. Das ist neu, denn vor wenigen Jahren noch war es üblich, dass Frauen mit Geldangelegenheiten nichts zu tun hatten und auch nicht in der Lage waren, ihren eigenen Namen zu schreiben. „Heute passiert es nur mehr selten, dass eine Frau auf der Präsenzliste eines unserer Workshops mit einem Daumenabdruck anstatt ihrer Unterschrift zeichnet. Und die Frauen erzielen mit ihren Handwerks- und Lebensmittelerzeugnissen auch zumindest ein kleines regelmäßiges Einkommen.“

Vermarktungs Know-How gefragt
Diese Veränderung ist nicht zuletzt der ‚Rede de Produtoras da Bahia’ und der ARCO Sertão zu verdanken - zwei Netzwerke von Produzentinnengruppen, die Roberta mit ihrer Arbeit unterstützt. „Ich helfe mit, die Organisationen an sich zu stärken und den Frauen Kenntnisse in der Vermarktung ihrer Erzeugnisse zu vermitteln. Darüber hinaus versuche ich, auch so etwas wie Markenbewusstsein zu vermitteln, damit ihre Produkte im Aussehen, in der Verpackung, eben im Marketing, neben anderen bestehen können“, so die Sozial- und Kommunikationswissenschaftlerin.

'Sabor da Terra' - Keks und Kuchen
Sandra Rita Ribeiro (21) ist eine der Bäckerinnen der Gruppe ‚Sabor da Terra’. Die fünfzehn jungen Frauen, allesamt aus dem Dorf ‚ Nova Esperança’ stellen Kuchen und Kekse her - fünf Tage die Woche. Die Arbeit in der selbst organisierten und staatlich zertifizierten Kuchenbäckerei ist für sie die erste und einzige Möglichkeit, in ihrem Dorf selbst Geld zu verdienen und in Gemeinschaft zu arbeiten. Hauptabnehmer der wöchentlich erzeugten 120 kg Kuchen und 120 kg Kekse ist eine staatliche Einrichtung, die damit Bedürftige und soziale Institutionen versorgt. „Das ist eine gesunde Arbeit“, zeigt sich Sandra Rita Ribeiro zufrieden, „wir Frauen verfügen über unser eigenes Geld. Damit können wir bei unseren Familien bleiben und müssen nicht in die Stadt ziehen.“

Einbeziehung der Familien und Ehemänner notwendig
„Für manche Frauen jedoch ist es schwierig, die eigene Produzentinnengruppe auf einem regionalen Kunsthandwerksmarkt zu vertreten, weil der Ehemann nicht mitspielt“, erzählt Roberta Rastl-Kircher und ergänzt: „Deshalb geht es in meiner Arbeit für MOC auch um die Stärkung des Selbstwertes der Frauen, die Einbeziehung der Familien und der Ehemänner der Produtoras. Die Frauen sollen ihre Erzeugnisse auch mit ihrem ganzen Stolz auf die Märkte bringen und an anderen öffentlichen Orten verkaufen ‚dürfen’“, so Roberta Rastl-Kircher abschließend.
Info zum Projekt: peter.pober@horizont3000.at
Termine, Tipps...

This Human World - Filmfestival für Menschenrechte
Das Menschenrechtsfilmfestival 'this human world' zeigt über 130 Dokumentar-, Experimental- und Spielfilme und findet heuer vom 3. - 13. Dezember zum zweiten Mal in Wien statt.
HORIZONT3000 verlost 3 x 2 Freikarten für diesen Film. Emailen Sie uns bis 30. Oktober an office@horizont3000.at und gewinnen Sie 2 Karten. www.thishumanworld.com
Neuer Lehrgang: Globales Lernen
Komment - Gesellschaft für Kommunikation und Entwicklung - startet am 13. Dezember einen neuen Lehrgang: Globales Lernen. Dieses Fortbildungsprogramm richtet sich an MultiplikatorInnen und ReferentInnen in der entwicklungspolitischen Bildungs- und Kulturarbeit, im Globalen Lernen, der Bildung für Nachhaltige Entwicklung und nahe Bereiche.
Es bietet eine inhaltlich fundierte Fortbildung zu Globalem Lernen, die aktuelle konzeptionelle Fragen aufgreift und Verbindungen zu relevanten pädagogischen Themen herstellt. Im Sinne 'Lernender Organisationen' zielt der Lehrgang auch auf den organisations- und bereichsübergreifenden Erfahrungsaustausch, aus dem Neues und Innovatives entstehen wird und der Basis für die Bildung neuer Kontakte und Netzwerke sein will.
HORIZONT3000 möchte diesen Lehrgang vor allem RückkehrerInnen ans Herz legen, die die Erfahrung aus ihrem Einsatz weitergeben möchten!
Lehrgang Globales Lernen

OIKOCREDIT: eine alternative Form der Geldanlage
In Österreich zählt Oikocredit mittlerweile rund 1.400 Mitglieder, die zusammen über € 12 Mio. veranlagt haben. Das veranlagte Kapital kommt Menschen in Afrika, Lateinamerika, Asien und Südost–Europa zu gute, die damit ihre schwierigen Lebensumstände erheblich verbessern können. Gerade seit dem Ausbruch der globalen Finanzkrise kann sich Oikocredit immer stärker als soziale Alternative profilieren. Sowohl private AnlegerInnen, als auch Organisationen können sich ab einer Mindesteinlage von € 200 über den österreichischen Förderverein Oikocredit Austria beteiligen. Eine der ersten Partner-Organisationen, die Oikocredit aktiv unterstützt, ist HORIZONT3000.
Nähere Informationen: www.oikocreditaustria.at
in Kürze...

Preis für Partnerorganisation CIMI - Brasilien
Der Generalsekretär von CIMI - José Eden Pereira Magalhães - wurde am 14. November 2009 in Göttingen mit dem Victor-Gollancz-Preis der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) geehrt. Die GfbV vergibt den Victor-Gollancz-Preis seit dem Jahr 2000. Der Preis ist nach dem britisch-jüdischen Humanisten, Verleger und Schriftsteller Victor Gollancz (1893-1967) benannt, der Zeit seines Lebens Verbrechen gegen die Menschlichkeit bekannt machte und Hilfe für Überlebende mobilisierte.
CIMI setzt sich seit Jahrzehnten für die Interessen und Rechte von Indigenen in Brasilien ein und verteidigt diese gegen Behörden, Großgrundbesitzer und Konzerne, begründet die GfbV die Vergabe des Preises 2009. 1972 von der Brasilianischen Bischofskonferenz gegründet und von Befreiungstheologen getragen, arbeiten heute mehr als 300 Laien, Ordensleute und Priester für CIMI.
HORIZONT3000 verbindet mit CIMI eine langjährige Partnerschaft, das aktuelle gemeinsame Projekt wird von der Dreikönigsaktion und der EU kofinanziert.
Info zum Projekt: elisabeth.moder@horizont3000.at

Tonga Music
Keith Goddard verstorben
Anfang Oktober starb Keith Goddard an den Folgen einer schweren Lungenentzündung. Der 60jährige Menschenrechtskämpfer, Musiker und Komponist engagierte sich Zeit seines Lebens für Rechte der Homosexuellen in Simbabwe. HORIZONT3000 verbindet eine langjährige Projektpartnerschaft mit Keith Goddard im Rahmen des Projektes Tonga Online, das sich die Stärkung der kulturellen Autonomie und Rechte der Tonga-Volksgruppe in Simbabwe zum Ziel gesetzt hat.
Keith Goddard Leidenschaft zur Musik und dem Komponieren führte ihn und Musiker aus dem Mulonga Projekt immer wieder nach Österreich. Im Rahmen der Kulturhauptstadt Linz 2009 fand im Mai "Parade" statt, ein Musik- und Kulturprojekt, das afrikanische und österreichische Musikerinnen im öffentlichen Raum zusammenbrachte.
Unser tiefes Beileid gilt seiner Familie, seinen Freunden und der Tonga Community.

Father Albert
Uganda: Father Albert B. Byaruhanga tödlich verunglückt
Am 26. Oktober 2009 wurde Fr. Albert Byaruhanga im 59. Lebensjahr durch einen Verkehrsunfall jäh aus dem Leben gerissen. Wir trauern nicht nur um einen großen Mitstreiter in der Entwicklungszusammenarbeit sondern auch um einen guten und langjährigen Freund. Father Albert war ein langjähriger Weggefährte, unschätzbarer Berater und Projektpartner, der das entwicklungspolitische Engagement von HORIZONT3000 und seiner Vorgängerorganisation ÖED in Uganda von Anbeginn an begleitete.
Möge seine Seele in Frieden ruhen. /May God rest his soul.
Gabriela Grosinger, Projektreferentin Uganda, Tansania
Spagat in Mosambik

Heiko Hansen trainierte im Rahmen seines Einsatzes für HORIZONT3000 zwei Jahre lang das Team der NGO Kwaedza Simukai in Evaluierungsmethoden und Projektmanagement. In seinem Beitrag gibt er einen Einblick in die Herausforderungen und Schwierigkeiten, mit denen sich NGOs konfrontiert sehen, wollen sie die Auflagen und Vorgaben der internationalen Geldgeber entsprechen.

Diskrepanz von Anforderung und Qualifikation
Avelino sitzt mit dem Wasserkomitee des Dorfes X in Machaze unter dem Mangobaum. Er diskutiert die Bedingungen, die an die Installation einer neuen Wasserpumpe für die Gemeinde geknüpft sind. Es muss die Rodung des Grundstücks organisiert, die Gebühren pro entnommener Kanister Wasser festgelegt und die Wartung der Pumpe geregelt werden. Diese Regelungen sollen dazu beitragen, dass das Projekt nachhaltig ist und von der Gemeinde eigenständig organisiert werden kann.

Statistik unterm Mangobaum
Avelino arbeitet für die mosambikanische NGO Kwaedzda Simukai Manica, die in erster Linie landwirtschaftliche Projekte umsetzt. Finanziert werden diese Projekte von unterschiedlichen Finanzgebern - der Europäischen Union, der Weltbank und großen internationalen Nichtregierungsorganisationen. Die Distanz der westlichen straff organisierten Organisationen zum Wasserkomitee in Machaze ist greifbar. Wie sollen verwertbare Daten über die Anzahl der nutznießenden Familien des Projekts, prozentuale Einschätzung des Rückganges von Krankheiten und Verbesserung der hygienischen Bedingungen vom Mangobaum zum Laptop des zuständigen Projektreferenten der Weltbank gelangen?

Know-How der Projektevaluation
Seit über zehn Jahren arbeitet Avelino für Kwaezda Simukai und ist damit ein erfahrener Praktiker. Seine Schulbildung hat er während des Krieges in Mosambik erhalten, er hat wie die meisten seines Jahrganges keinen Schulabschluss. Trotzdem ist ihm klar, dass der Verlauf eines Projektes und die Ergebnisse dokumentiert werden müssen. Er weiß nur nicht so recht, wie er es machen soll. Es fehlen ihm die Kenntnisse über das in der EZA gängige Instrumentarium der Projektevaluation.

Fotomonitoring, Logframes, ...
Fotomonitoring, Logframes, SWOT-Analysen, systematische Datenerfassung
sind nur einige der Methoden, die Avelino weiterhelfen würden, den
Erfolg des Wasserpumpenprojektes zu messen. Hier setzen Personaleinsätze wie der von Heiko Hansen an - zwei Jahre lang trainierte er das Team von Kwaedza Simukai in Evaluierungsmethoden und Projektmanagement. Das Ergebnis sind aussagekräftige Berichte für die Finanzgeber, die den Erfolg und auch die Schwächen eines Projektes auch statistisch darstellen.
Anforderungen an Management enorm
Die Anforderungen der internationalen Geber an Berichtswesen, Finanzabrechnung und Projektmanagement sind enorm. Die abstrakte, wissenschaftliche Herangehensweise an die Durchführung der Projekte steht oft im Gegensatz zur Lebensrealität und zur Qualifikation der mosambikanischen MitarbeiterInnen und vor allem der Zielgruppe. Dabei ist es ein gegenseitiges Abhängigkeitsverhältnis: internationale Geldgeber brauchen einheimische Organisationen zur Projektimplementierung und die nationalen NGOs sind auf die internationale Finanzierung ihrer Projekte angewiesen.

Der Zivilgesellschaft eine starke Stimme geben
Die Aufgabe von Fachkräften von HORIZONT3000 ist es deshalb auch, zwischen den Kulturen zu vermitteln und ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln. Erst wenn die Notwendigkeit von Berichten, Datenerhebungen und -auswertung als wichtig erkannt wird, können die Methodenschulungen greifen. Mosambik hat einen großen Bedarf an Qualifizierung und Bildung, es fehlt an grundlegenden Kenntnissen zum Vereinsrecht, Projektmanagement und Verwaltung. Um der Zivilgesellschaft eine starke Stimme zu geben, sind Beratungen in diesen Bereichen unbedingt notwendig und ein sinnvoller Ansatz für Personaleinsätze.
Heiko Hansen
Info zum Projekt: andrea.heiden@horizont3000.at
Menschen im Einsatz
Ihren Einsatz begonnen haben
Hartmut Androsch, EU, Elektrotechnikermeister, Projekt: Ausbildung von Solartechnikern in Uganda, Uganda, 2009-11-01
Mag. Herbert Büsch, EU, Ethnologe, Projekt: Medienberatung für HURIFO, Uganda, 2009-09-01
Dr. Thomas Bernhard Dufhues, EU, Agrarwissenschafter, Projekt: Berater für Landnutzung Erzdiözese Mt. Hagen, Papua-Neuguinea, 2009-10-01
Willem Getkate, EU, Maschinenbau-Ingenieur, Projekt: Projekt Management Beratung für das Centre for Research in Energy and Energy Conservation - CREEK, Uganda, 2009-11-18
MA Nives Konik, EU, Literatur- und Kulturwissenschaftlerin, Projektmanagerin, Projekt: Beraterin Sozial Programm Lae - Phase II, Papua-Neuguinea, 2009-11-01
DI Georg Primas, St, Architekt, Projekt: Berater für Infrastruktur-Entwicklung der Diözese Mount Hagen, Papua-Neuguinea, 2009-11-01
Projekt gewechselt haben
BA Vaida Kontrimaite, UBK, Afrikanistin, wechselt per 2009-11-16 vom
Projekt: Organisationsberaterin bei Edward Ndlovu Memorial Library
(ENML), Simbabwe in das Projekt: Organisationsberaterin für das Ingalo
Zomusa Waisen Zentrum, Simbabwe
Andreas Scheibenreif, W, Nachrichtentechniker, Tontechniker, wechselte
per 2009-11-01 vom Projekt: Berater für Radioreparaturzentrum GESOM,
Mosambik in das Projekt: Berater für soziale Kommunikation, Mosambik
Ihr Projekt beendet hat
Maga. Franziska Nürnberger-Habeel, EU, Psychotherapeutin, Projekt:
Psychologin für die Anlauf- und Beratungsstelle für Opfer von Gewalt
CSU, Simbabwe, 2009-10-31
News

Ausgeschriebene Stellen
Papua-Neuguinea, TischlerIn/ZimmererIn für St. Josephs College Mabiri
Konzert & Jam Session am 17.9.

Anlässlich des UN-Review Summit zu den Millenniumsentwicklungszielen und im Rahmen der weltweiten „Standup“ Kampagne der Vereinten Nationen (17.9.-19.9.) lädt der Dachverband Globale Verantwortung zu
Konzert & Jam Session mit Sambattac und Oficina Art Vienna
Freitag, 17. September 2010, um 17 Uhr beim Platz vor dem MQ (Ecke Mariahilferstraße).
Die Veranstaltung findet nur bei trockener Witterung statt.
African Press Day 2010
23. - 24.9.2010
Radio Afrika TV nimmt die Fußball WM zum Anlass, die österreichische Medienpolitik Afrika bzw. AfrikanerInnen betreffend zu analysieren. Ziel ist es, dass sich besonders die Medienentscheidungsträger sowie die öffentliche Meinung in Österreich, mit Ereignissen und Entwicklungen in Afrika sowie mit der Lage der AfrikanerInnen in ihrer Heimat oder in Gastländern, und auch mit der medialen Berichterstattung darüber, auseinandersetzen.
Teilnahmegebühr: 100 Euro (StudentInnen ermäßigt)
Anmeldung unter: office@radioafrika.net
Anmeldeschluss: 05.09.2010
Details und Anmeldung unter: http://www.radioafrika.net/2010/08/10/african-press-day-afrikas-dimension-in-der-westlichen-medienlandschaft/
Oikocredit MultiplikatorInnen-Workshops
3.9.2010 in Wien und 24.9.2010 in Graz
Oikocredit bietet in Österreich eine Möglichkeit, Geld sozial nachhaltig zu veranlagen und Mikrokredit-Projekte in 70 Ländern weltweit zu fördern. Bei den MultiplikatorInnen-Workshops erhalten Sie detaillierte Informationen über Oikocredit, können einzelne Fragen diskutieren und es wird gemeinsam überlegt, wie wir den Bekanntheitsgrad dieser Initiative in Österreich steigern können.
Nähere Informationen und Anmeldung unter http://www.oikocredit.org/site/at/
Menschen im Einsatz
Michaela Faulhammer
Das Team von NGO PRO unterstützt NGOs und CBOs aus dem Feld der Enwicklung von Zivilgesellschaft in Papua Neuguinea bei deren Maßnahmen zu den Themen Capacity ...
Michaela Faulhammer studierte Soziologie und Public Relations an der Uni Wien. Danach war sie einige Jahre lang als Managementberaterin, Coach und Mediatorin ... mehr
Einsatzland: Papua-Neuguinea
Projekt: Beraterin NGO Promotion, Madang
In Papua Neuguinea ist die Leistung des öffentlichen Sektors gering und erreicht außerdem die ländliche Bevölkerung schwer. Zivilgesellschaftliche ...
