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Rückkehrer:innen-Treffen 2021: Die Jubilar:innen


Kategorien Allgemein, austria

Anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Personellen Entwicklungszusammenarbeit und des 20. Geburtstags von HORIZONT3000 wurden nicht nur Jubilar:innen geehrt, die vor langer Zeit im Einsatz waren, sondern auch jene, die nach ihrer Rückkehr in der Organisation verblieben sind und mit ihrer Tätigkeit beim ÖED bzw. bei H3 das Erscheinungsbild und die Wirkweise österreichischer Personaleinsätze durch ihre Leistung, vor allem aber durch ihre Persönlichkeit, wesentlich mitgestaltet haben. 

Von links nach rechts: Toni Mair, Günter Klingenbrunner, Franziska Böhm, Maria Ruckenstuhl, Karl Hinteramskogler, Rudolf Walter, Friedrich Dreier, Brigitte Fong, Annemarie Behmel, Klaus Behmel, Richard Drexel, Geschäftsführer Erwin Eder. Im Hintergrund auf der Bühne: Das Koehne Quartett

1965 ausgereist:

Karl Hinteramskogler (1940) aus Niederösterreich reiste als landwirtschaftlicher Facharbeiter für 4 Jahre nach Brasilien. Nach seiner Rückkehr hielt er Vorträge über Entwicklungszusammenarbeit und Brasilien und schuf Bewusstsein für globale Themen in Ried, Schärding und Linz. 

Richard Drexel, Jahrgang 1941, landwirtschaftlicher Berufsschullehrer aus Tirol, Einsatz in Tansania bis 1968. Sein Einsatz stand ganz im Zeichen der Solidarität mit Christ:innen in Armut.

Brigitte Fong (1944, geb Drescher), Handarbeits- und Hauswirtschaftslehrerin aus Tirol. Der Vater musste eine schriftliche Einwilligung zur Entsendung seiner erst 21 Jahre alten Tochter nach Papua-Neuguinea geben. Zurückgekehrt ist Brigitte 1972 mit einem Ehering und dem Nachnamen Fong. 

1966 ausgereist:

Friedrich Dreier (1944), Fleischer und Kraftfahrer aus Wien, baute eine Kirche in PNG und schreibt: „Mein Einsatz in Kwanga ist die Zeit, die ich zu den schönsten meines Lebens zähle!“ 1982 bis 1984 war er in Cabo Verde auf Einsatz.

1967 ausgereist:

Annemarie (Ärztin) und Klaus Behmel (Chemiker). Für Klaus und Annemarie ging es 1967 mit ihren beiden Kindern von der Steiermark nach Brasilien. Auch heute sind die Behmels noch stark mit Brasilien verwurzelt und unterstützen Hilfsprojekte.

Rudolf Walter aus Niederösterreich, Jahrgang 1939, ging in Funktion als ausgebildeter Bautechniker nach Ruanda. Nach seiner Rückkehr hat er sich mit den Anliegen und Potenzialen von Rückkehrer:innen auseinandergesetzt.

Rückkehrer:innen, die danach bei ÖED und HORIZONT3000 tätig waren

Maria Ruckenstuhl, die „Damenkleidermacherin“ aus der Steiermark, belegte theologische Fernkurse und begeisterte sich schnell für die Option für die Armen und machte sich 1971 – im Alter von 22 Jahren auf den Weg nach PNG. Sie blieb dem ÖED treu: Nach Ihrer Rückkehr (1979) wählte sie Bewerber:innen für Einsätze aus, coachte Kursteilnehmer:innen, nahm Fachkräften im Einsatz die Sorgen ab und hieß Rückkehrer:innen willkommen. In den 35 Jahren ihrer Tätigkeit begleitete Maria wohl mehr als 1000 Fachkräfte. 

Günther Klingenbrunner, Lehrer und Lehrerfortbildner. Nach einem Studienaufenthalt in den USA zieht es den Wiener 1987 ins Hochland von PNG. Das psychologische Gutachten weist darauf hin, dass er „Leerlauf schlecht verträgt“. Deshalb übersiedelt er 1988 in den Vorbereitungsräumlichkeiten des ÖED, wo er bis 2009 Bewerber:innen für den Einsatz fit macht. In den 31 Jahren gingen mindestens 600 Fachkräfte durch „seine Schule“. Und weil er Leerlauf schlecht verträgt, leitet er immer noch den H3-Chor, jeden 2. Dienstag.  

Franziska Böhm-Anhammer, Diözesansekretärin aus Niederösterreich, bestieg im Alter von 22 Jahren nach einer umfassenden und intensiven Vorbereitungszeit in Genua das Schiff Richtung Brasilien. In Rui Barbosa leistete sie von 1968 bis 1971 wertvolle Jugendarbeit. Bis 1983 war sie im Sekretariat und in der Buchhaltung tätig und half auch später immer wieder im Büro aus. 

Der gebürtige Oberösterreicher Toni Mair, AHS-Lehrer, war nach seiner Rückkehr zwar nicht beim ÖED oder bei HORIZONT3000 tätig, machte aber Karriere im Außenministerium und setzte sich stets für die Personelle Entwicklungszusammenarbeit ein. Toni war von 1982 bis 1986 in Papua-Neuguinea. Seine persönliche Erfahrung und seine fundierte Kenntnis des Werts von Fachkräfteeinsätzen unterstützte die Rolle von HORIZONT3000 als Entsendeorganisation nachhaltig. Vor seinem Ruhestand war er Stv. Sektionsleiter und Abteilungsleiter im Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres.

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